Erfolg mit Drohnen - 476 neugeborene Rehkitze vor Mähtod gerettet
Publiziert

Erfolg mit Drohnen476 neugeborene Rehkitze vor Mähtod gerettet

Mit zusätzlichen fünf Drohnen konnten die Bündner Jägerschaft und die Landwirte diese Saison fast 500 Rehkitze vor einem möglichen Mähtod retten. Das sind 140 mehr als im Vorjahr.

von
Shila Ochsner
1 / 7
Junge Rehkitze verstecken sich gerne im hohen Gras, um von ihren Feinden nicht gefunden zu werden. (Symbolbild)

Junge Rehkitze verstecken sich gerne im hohen Gras, um von ihren Feinden nicht gefunden zu werden. (Symbolbild)

Rehkitzrettung SZ Palorma Gmbh
Wenn ein Rehkitz im hohen Gras entdeckt wird, decken die Helfenden es mit einer Holzkiste ab, um es zu schützen.  

Wenn ein Rehkitz im hohen Gras entdeckt wird, decken die Helfenden es mit einer Holzkiste ab, um es zu schützen.

Amt für Jagd und Fischerei Graubünden 
Rehkitze kommen zwischen Mitte Mai und Mitte Juni zur Welt und werden sicher bis Mitte Juli von der Mutter betreut. (Symbolbild)

Rehkitze kommen zwischen Mitte Mai und Mitte Juni zur Welt und werden sicher bis Mitte Juli von der Mutter betreut. (Symbolbild)

Rehkitzrettung SZ Palorma Gmbh

Darum gehts

  • Die Bündner Jägerschaft und Landwirte konnten dieses Jahr 476 Rehkitze im hohen Gras aufspüren.

  • Somit konnten dieses Jahr 140 Rehkitze mehr gerettet werden.

  • Dank fünf zusätzlichen Drohnen und circa 190 Pilotinnen und Piloten waren die Einsätze ein Erfolg.

Rehgeissen legen ihre Jungen gerne im hohen Gras ab, wenn sie sich auf Futtersuche begeben, kehren aber immer zum Säugen zurück. Die Rehkitze sind im hohen Gras besser vor Feinden geschützt als im Wald. Dafür werden die Mähmaschinen der Landwirtinnen und Landwirten zur tödlichen Gefahr für die jungen Rehkitze.

Um die hilflosen Geschöpfe zu retten, sind diese Saison zum dritten Mal Drohnen mit Wärmebildkameras eingesetzt worden, um die Weide nach lebenden Tieren abzusuchen. Mit den zusätzlichen fünf Drohnen, die der Kanton zur Verfügung gestellt hat, konnten 476 neugeborene Rehkitze gefunden und vor dem möglichen Mähtod gerettet werden. Das sind rund 140 mehr als im Vorjahr.

190 Piloten und Pilotinnen im Einsatz

Dieses Erfolgsniveau ist auch den Drohnenpiloten und -Pilotinnen und deren Helfenden zu verdanken. Trotz der Pandemie haben dieses Jahr 40 Teilnehmende die Aus- und Weiterbildungskurse dafür absolviert. Damit sind um die 190 Pilotinnen und Piloten zum Wohle der Rehkitze jeweils frühmorgens oder spätabends im Einsatz. Es sollen aber noch mehr Pilotinnen und Piloten und Helfende für diese Aufgabe gewonnen werden.

Unter Holzkiste in Sicherheit

Koordiniert werden die Rettungsaktionen je nach Region von den jeweiligen Jagdsektionen oder direkt über die zuständigen Wildhüter, schreibt das Amt für Jagd und Fischerei. Die Landwirte und Landwirtinnen können anmelden, welche Felder sie mähen wollen, worauf dann jemand mit einer Drohne vorbei kommt und das gewünschte Feld abfliegt. Bei einem Fund wird das Kitz mit einer Holzkiste abgedeckt und mit einem Stein befestigt. So kann die Mähmaschine rundherum mähen. Die Rehgeissen suchen ihre Kitze dann meistens wieder auf.

Anfang Juni dieses Jahres konnten in Wartau SG mit Drohnen innerhalb einer Woche 40 Jungtiere gerettet, wie 20 Minuten berichtete.

20 Minuten

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

6 Kommentare