Bündner Pärke - 48 steinreiche Stunden im Parco Val Calanca
Das Bündner Calancatal liegt nahe der italienischen Grenze.

Das Bündner Calancatal liegt nahe der italienischen Grenze.

Schweiz Tourismus
Publiziert

Bündner Pärke48 steinreiche Stunden im Parco Val Calanca

Das Calancatal ist schmal, aber nicht beengend, denn die Bewohnerinnen und Bewohner haben mit Fleiss und Stein eine Zivilisation voller Herzlichkeit erschaffen.

von
Martin Hoch

15 Uhr

Die Reise beginnt himmlisch. Im wahrsten Sinne des Wortes. In der Kirche Santa Maria Assunta singen die Engel von der Kanzel herunter. Kunstvoll ist die bunte, hölzerne Kassettendecke über dem Kirchenschiff, aber auch das Kreuzgratgewölbe mit Malereien biblischer Episoden über dem Chor. Wer nach einer Erfrischung dürstet, setzt sich auf die Terrasse des Ristorante Bellavista, ebenfalls in Santa Maria. Infos unter ristorantebellavistastamaria.com.

 In Santa Maria beginnt der Wochenendausflug. 

In Santa Maria beginnt der Wochenendausflug.

Nico Schaerer

16 Uhr

In drei Etappen gehts auf der Via Calanca durchs Tal. Von Santa Maria nach Arvigo führt ein schmaler Pfad unterhalb des 200 Meter hoch aufragenden «Crap de Maria» durch Wälder und über Weiden. Artgenossen trifft man unterwegs wenige, dafür etliche Ziegen. Und in den Wäldern bei Buseno auf Kastanienbäume, deren Früchte einst die Bäuche der Bevölkerung füllten. Infos unter viacalanca.ch.

Die steinerne Brücke bei Arvigo.

Die steinerne Brücke bei Arvigo.

Nico Schaerer

18 Uhr

Am Dorfrand von Arvigo wird in die Steinkultur eingetaucht. Gleich neben dem Steinbruch Alfredo Polti, einem Familienunternehmen, das den lokalen Gneis abbaut, verzückt das Bed and Breakfast Ai Cav mit stilvollen Zimmern, einer Sauna und köstlichem Essen. Infos unter bnbcalanca.ch.

Im Bed and Breakfast Ai Cav gibts stilvolle Zimmer und sogar eine Sauna.

Im Bed and Breakfast Ai Cav gibts stilvolle Zimmer und sogar eine Sauna.

zvg

9 Uhr

Wie junge Gämsen entfliehen Abenteurerinnen und Abenteurer dem Tal und steigen bei Selma den Weg hoch nach Landarenca (alternativ fährt von Selma eine Seilbahn nach Landarenca hoch). Oben im Dorf ist die wohl liebevollste Gaststube des Calancatals einen Besuch wert: die Osteria Landarenca. An den Wänden hängen Klassenfotos in Schwarz-Weiss, auf den Fenstersimsen stehen Kräuter und Blumen. Einst diente das Vorzimmer der Gaststube als Postbüro, heute kochen hier Noemi Negretti und Valentino Borgonovo Gerichte, die mit viel Leidenschaft garniert sind. Dabei setzen sie auf Lebensmittel, die rund ums Dorf wachsen, wie frische Steinpilze. Infos unter landarenca.ch.

13 Uhr

Der Weg bergauf zur Maiensässsiedlung Lego und weiter nach Cavaionc führt über Alpwiesen und an Trockensteinmauern vorbei. Wer ab Cavaionc dem Wegweiser «Cascata» hinauf bis zum Waldrand folgt, gelangt zu einem traumhaften Wasserfall. Ein Sprung ins kühle Wasser erfrischt und entschädigt für die gegangenen Höhenmeter. Danach folgt der Abstieg zum Tagesziel Cauco. Infos unter viacalanca.ch.

Nur genaues Arbeiten führt zu einer stabilen Trockenmauer.

Nur genaues Arbeiten führt zu einer stabilen Trockenmauer.

Nico Schaerer

18 Uhr

Die Pfadfinderinnenstiftung in Cauco ist Dreh- und Angelpunkt des kulturellen und sozialen Lebens und Erlebens im Calancatal. Genächtigt wird hier in einem charmanten Bauwagen. Infos unter calancatal.ch.

9 Uhr

Auf der Via Calanca gehts nach Santa Domenica, wo bei den Imkern Silvana und Mauro Bogana ein Honig eingepackt und die Steinkunst begutachtet wird. In Augio wartet der Spiegelsaal der La Cascata für eine kleine Verpflegung. Weiter des Weges präsentiert sich am Dorfeingang von Rossa eine 200-jährige Linde, der «Freiheitsbaum». Er erinnert an die Loslösung des Calancatals vom Misox. Infos unter lacascata.ch.

Der Spiegelsaal der La Cascata.

Der Spiegelsaal der La Cascata.

Nico Schaerer

11 Uhr

In Rossa stechen einem die drei vom Künstler David Tremlett bunt angemalten Kapellen ins Auge und das ähnlich farbige Ferienhaus des Architekten Davide Macullo. Ein bunter Abschluss der steinreichen Reise. Infos unter macullo.com.

Eine der drei farbigen Kirchen in Rossa.

Eine der drei farbigen Kirchen in Rossa.

Nico Schaerer

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