Darmprobleme: 5 Anzeichen, dass du dich um deinen Darm kümmern solltest
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Darmprobleme5 Anzeichen, dass du dich um deinen Darm kümmern solltest

Wusstest du, dass ein gereizter Darm sogar für Schlafstörungen sorgen kann? Diese Alarmsignale können darauf hindeuten, dass dein Darm Hilfe benötigt.

von
Gina Buhl

Dass unser Darm nicht bloss ein langer Schlauch ist, durch den sich unsere Nahrung schiebt, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Er ist ein verdammt schlaues Kerlchen – seine regenwurmartige Struktur mit den vielen Wölbungen erinnert nicht umsonst an ein Gehirn. Zahlreiche Studien haben in den letzten Jahren gezeigt, dass unsere Darmgesundheit einen grossen Einfluss auf unser Immunsystem, unsere psychische Gesundheit, Hautprobleme und sogar das Krebsrisiko hat.

100 Billionen Bakterien

In unserem Darm leben sehr viele Bakterien – über 100 Billionen, um genau zu sein. Früher nannte man die Gesamtheit dieser Organismen «Darmflora», weil man dachte, sie gehörten zu den Pflanzen (ja, wirklich). Heute weiss man es besser und nennt sie Mikrobiom, was «kleinste Lebewesen» bedeutet. Die meisten dieser Bakterien unterstützen unseren Körper beim Zersetzen der Nahrung und sind für einen gesunden Körper unglaublich wichtig. Allerdings werden sie durch Stress, Medikamente oder eine falsche Ernährung ständig von uns ausgebremst. Das macht sich dann nicht nur im Darm, sondern auch an anderen Stellen des Körpers bemerkbar.

Woran wir erkennen, dass diese bösen Gäste überhand nehmen und dein Mikrobiom angegriffen haben, verraten wir hier.

1. Du hast ständig Lust auf Zucker

Wenn du häufig verarbeitete Lebensmittel mit vielen Zuckerzusätzen in dich reinschaufelst, kann es dazu kommen, dass die guten Bakterien in deinem Darm weniger werden – und die Schlechten das Ruder an sich reissen. Dieses Ungleichgewicht im Mikrobiom (und die Tatsache, dass sich auch dein Gehirn an den anhaltenden Energieflash gewöhnt) kann wiederum zu einem stärkeren Verlangen nach Zucker führen. Und das belastet den Darm erneut. Ein Teufelskreis. Studien haben gezeigt, dass hohe Mengen an raffiniertem Zucker häufiger zu Entzündungen im Körper führen – und diese können der Auslöser für etliche andere Krankheiten sein.

2. Deine Haut ist gestresst

Die Haut wird ja oft als Spiegelbild der Seele bezeichnet. Sie zeigt aber auch, wie gut es unserem Darm geht. Als eines der Entgiftungsorgane unseres Körpers können sich Giftstoffe nämlich auch über die Haut ihren Weg aus dem Körper suchen. Auch Entzündungen im Darm können so wandern, dass sie sich etwa im Gesicht durch Neurodermitis oder Akne bemerkbar machen. Falls du also gerade viele Pickel, Entzündungen und Erkrankungen wie Rosazea oder Akne hast, könnte das nicht an deiner Creme, sondern an deinem Darm liegen.

Unsere Darmgesundheit hat grossen Einfluss auf unser Immunsystem, unsere psychische Gesundheit, Hautprobleme und sogar das Krebsrisiko.

Unsere Darmgesundheit hat grossen Einfluss auf unser Immunsystem, unsere psychische Gesundheit, Hautprobleme und sogar das Krebsrisiko.

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3. Du hast Schlafprobleme

Wusstest du, dass unser Darm, das fleissige Ding, eine richtige Chemiefabrik ist und auch Hormone und Neurotransmitter herstellt? Serotonin etwa wird zu 90 Prozent im Darm hergestellt. Nicht ganz unwichtig, wenn man bedenkt, dass dieses Hormon eine Vorstufe unseres Schlafhormons Melatonin ist. Ein geschwächter Darm kann also – neben weiteren psychischen und physischen Belastungen – zu Schlafstörungen führen.

4. Du hast plötzlich Allergien oder andere Autoimmunerkrankungen

Allergien sind eine Überreaktion des Immunsystems – und 80 Prozent davon sitzt im Darm. Ein angegriffenes Mikrobiom (bei dem die Schutzfunktion der Darmschleimhaut gegen Krankheitserreger und Toxine gestört ist) führt dazu, dass Stoffe ins Blut gelangen, die da nicht hin sollten. Diese wiederum werden dann vom Immunsystem bekämpft. Harmlose Nahrungsmittel, Pollen oder Haare werden so als Gefahr eingestuft. Ausserdem kommunizieren unsere Schleimhäute ständig miteinander. Eine entzündete Darmschleimhaut kann auch Symptome in den oberen Atemwegen auslösen.

5. Du bekommst Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Forschende vermuten, dass auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten entstehen, wenn im Darm ein Ungleichgewicht zwischen guten und schlechten Darmbakterien herrscht. Wenn du also mehr und mehr Schwierigkeiten beim Verdauen bestimmter Nahrungsmittel bekommst – und an Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen leidest, brauchen die guten Darmbakterien höchstwahrscheinlich deine Hilfe.

Achtest du auf deine Darmgesundheit? Wie stellt du sicher, dass dein Mikrobiom happy ist? Teile deine Tipps in den Kommentaren.

Deine Meinung

48 Kommentare
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Frank01

16.02.2021, 22:22

Sucht in Youtube die TV-Docs. Es sind Sendungen von SW3. Es gibt Anleitungen für fast sämtliche Erkrankungen. Man muss die Ernährung umstellen.

Frank01

16.02.2021, 22:16

Esst einfach ein Jahr lang bloss Gemüse. Broccoli, Karotten, Fenchel. Dazu einen Löffel hochwertiges Öl (z.B. Rapsöl) und noch jedes mal 1 zerkleinerte Baumnuss rein. Dies zwei mal täglich. Die Dritte Mahlzeit entweder Fisch (Atlantik Lachs) oder Magerquark mit Beeren. Und dann lasst euch überraschen was passiert mit eurem Körper. Ich selber bin auch überrascht, mache dies seit 11 Monaten.

Dein Darm, das vernachlässigte Ding

16.02.2021, 16:13

Man sollte sich mal Gedanken machen, was man dem Magen und Darm so alles zumutet. All der Müll, der da reingeworfen wird. Und die Mengen. Zudem reklamiert der Darm erst sehr spät; oft ist es schon zu spät. Rund 1'700 sterben jedes Jahr in der Schweiz an Darmkrebs. Viele unnötiger Weise.