Alkoholkonsum während Corona: 5 Anzeichen, dass du im Lockdown zu viel trinkst
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Alkoholkonsum während Corona5 Anzeichen, dass du im Lockdown zu viel trinkst

Laut Expertinnen und Experten kann die Coronakrise Suchtverhalten fördern. Du trinkst auch mehr als sonst? 5 Alarmsignale im neuen Alltag.

von
Gloria Karthan

Manche Menschen scheinen nicht nur WC-Papier und Konserven zu hamstern: Laut «Huffpost Life» wurde direkt nach dem US-Lockdown 55 Prozent mehr Alkohol verkauft als in der Woche zuvor. Online stiegen die Verkaufszahlen sogar fast um das Dreifache.

In der Schweiz konnten wir einen ähnlichen Trend beobachten: Bei Coop gab es laut «Blick.ch» einen merklichen Anstieg der Nachfrage bei alkoholischen Getränken – der Umsatz des Online-Getränkehändlers Drinks.ch habe sich sogar wie in den USA verdreifacht. Auch jetzt im zweiten Lockdown wird tendenziell regelmässiger getrunken.

Das ist kaum verwunderlich: Die Bars und Restaurants haben wieder geschlossen, einen Club haben wir seit Monaten nicht mehr von innen gesehen. Derweil verlagern wir unseren Alkoholkonsum aufs Sofa. Doch bei einigen beschränkt sich das Trinken längst nicht mehr nur aufs Wochenende oder den Zoom-Apéro am Donnerstagabend.

«Isolation, Langeweile oder Ängste können einen problematischen Suchtmittelkonsum begünstigen», schreibt die Stiftung Sucht Schweiz. Wer sein eigenes Trinkverhalten reflektiert, kann dem allerdings vorbeugen. Die folgenden fünf Punkte können Anzeichen dafür sein, dass sich dein Alkoholkonsum in eine problematische Richtung entwickelt.

1. Du trinkst jeden Tag

Je öfter du trinkst, desto mehr steigt die Gefahr, dass du davon abhängig wirst und deinem Körper schadest. Sucht Schweiz empfiehlt auch im Lockdown höchstens ein Standardglas Alkohol pro Tag für Frauen und zwei für Männer. Ein Standardglas entspricht einem Deziliter Wein, drei Dezilitern Bier oder 0,2 Dezilitern Hochprozentigem. «Dabei sollte jeweils zwei aufeinanderfolgende Tage pro Woche kein Alkohol getrunken werden, um die Gewöhnung zu brechen und der Leber Zeit für die Erholung zu geben», sagt Mediensprecher Markus Meury.

2. Du trinkst ständig alleine

«Während des Lockdowns ist die soziale Kontrolle niedriger als in der Öffentlichkeit,» sagt Meury. Zu Hause auf dem Balkon fehlt die beste Freundin, die beim vierten Prosecco interveniert. Wenn du nicht aus Geselligkeit trinkst, ist es umso wichtiger, in dich hineinzuhören und die Gründe für deinen Konsum zu hinterfragen. Siehe nächster Punkt.

Aus purer Langeweile ein Bier trinken: Keine gute Idee.

Aus purer Langeweile ein Bier trinken: Keine gute Idee.

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3. Du trinkst, weil du gestresst oder traurig bist

Die Coronakrise verlangt uns vieles ab: Die einen vermissen ihre Freunde und Familie, die anderen müssen Kids und Homeoffice unter einen Hut kriegen und wieder andere sehen sogar ihre Existenz bedroht. Wenn du trinkst, weil es dir nicht gut geht, riskierst du dadurch, immer mehr zu trinken. «Wir werden erst einige Zeit später genauere Zahlen haben», sagt Meury. «Aber wahrscheinlich wird sich die Anzahl der suchtkranken Menschen wegen der Pandemie erhöhen.»

4. Du trinkst aus Langeweile

Es ist wichtig, dass du dir im Lockdown Dinge suchst, die dir Spass machen und dich entspannen: Zum Beispiel ein Bad nehmen, ein Buch lesen oder im Wald spazieren gehen. Zwei Gläser Rosé zu trinken, sollten nicht dazugehören. Hast du dir vorgenommen, an einem bestimmten Tag nichts zu trinken und weisst, dass Langeweile dich triggert, solltest du schauen, dass du beschäftigt bleibst.

5. Du trinkst während der Arbeit

Im Homeoffice zu arbeiten, ist eine ziemliche Umstellung, hat aber auch Vorteile: Man kann zwischendrin mal die Wäsche machen, den Tomatensugo drei Stunden lang köcheln lassen und die Chefin linst einem nicht ständig über die Schultern. Wenn Letzteres allerdings dazu führt, dass du dir schon am Nachmittag ein Panaché aufmachst, ist das problematisch.

Hast du oder jemand, den du kennst, ein Problem mit Alkohol?

Hier findest du Hilfe:

Sucht Schweiz, Tel. 0800 104 104

Safezone.ch, Onlineberatung

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

MyDrinkControl, Selbsttest

Deine Meinung

154 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Trunkenbolt

25.01.2021, 18:58

Ich Trinke immer mehr weil es mir nicht gut geht und ich im Homeoffice sitze .. Tja wenigstens schlaff ich besser

Neovac

25.01.2021, 18:09

Realität ist eine Illusion, die durch Mangel an Alkohol entsteht.

Jugendlicher

25.01.2021, 15:34

Mir Fehlt vor allem das Zusammensitzen in der Bar. Früher sind meine Freunde und ich an einigen Wochenenden in die Bar gegangen und haben uns die Zeit vertrieben. Ich bin erst 17 Jahre alt und vermisse diese Zeiten. Alleine trinken kommt gar nicht in frage, es würde süchtig machen und das kann ich in der Lehre nicht brauchen