Aktualisiert 28.03.2019 19:00

Super League

5 Fakten zur Einführung des Videobeweises

Im Sommer kommt der Videobeweis in die höchste Fussball-Liga der Schweiz. Wir klären die fünf wichtigsten Fragen.

von
Erik Hasselberg

Hellmut Krug ist Projektleiter des VAR in der Schweiz. Der ehemaliger Spitzenref sagt, was die Schweiz besser macht als Deutschland. <i>(Video: 20 Minuten)</i>

1. Warum braucht es überhaupt den Video-Schiedsrichter (VAR)?

Daniel Wermelinger, der Verantwortliche des Ressorts Schiedsrichter beim Schweizerischen Fussballverband (SFV), ist der klaren Überzeugung: «Der Einsatz des Video Assistent Referee macht den Fussball korrekter. Es kann nicht mehr sein, dass der Zuschauer zu Hause vor dem Fernseher sieht, dass ein Fehler passiert ist, nur der Schiedsrichter im Stadion sieht es nicht, weil es in Sekundenbruchteilen geschieht. Es ist die Zeit gekommen, technische Hilfe anzunehmen.»

Ausserdem geht es auch darum, die Schweizer Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter «international marktfähig» zu halten, wie es Liga-Präsident Heinrich Schifferle ausdrückt. «Wir können nur gute Schiedsrichter haben, wenn sie international tätig sind. International können sie nur pfeifen, wenn sie das VAR-System kennen.»

2. In welchen Situationen greift der VAR ein?

Den Eingriff des Videoschiedsrichters regelt das International Football Association Board (Ifab). In folgenden vier Situationen erfolgt eine Überprüfung durch den Video-Schiri und seinen Assistenten im Video Operation Room:

1. Bei Toren: Ging dem Tor ein unmittelbarer Regelverstoss der angreifenden Mannschaft voraus?

2. Bei Penaltyszenen: Nicht oder falsch geahndete Vergehen.

3. Bei möglichen Platzverweisen: Nicht oder falsch geahndete Vergehen.

4. Bei Spielerverwechslungen: Gelbe oder Rote Karte für den falschen Spieler.

3. Was wird nicht eingeführt?

Virtuelle Abseitslinien und die Torlinien-Technik. Beide Systeme kommen im Gegensatz zur Bundesliga oder der Champions League in der Schweiz aus Kostengründen nicht zum Einsatz. Dennoch wird der VAR bei einem Abseits oder fälschlicherweise gegebenen Tor eingreifen, wenn er über aussagekräftige TV-Bilder verfügt.

4. Wie viel kostet der Einsatz des VAR?

1,5 Millionen Franken pro Saison. Die Kosten trägt die Liga. Die derzeitige Einführungsphase schlägt mit dem gleichen Betrag zu Buche. Allerdings stemmt jetzt noch der Verband die Finanzierung.

5. Ab wann gelangt der VAR zum Einsatz?

Wenn das Ifab im Juli seine Zustimmung gibt, wird der VAR ab der kommenden Saison in der Schweiz eingesetzt werden. Die insgesamt 28 Video-Schiedsrichter wurden in den vergangenen Monaten theoretisch und praktisch ausgebildet.

Anders als in der Bundesliga können die Video-Schiedsrichter hierzulande nur auf 6 bis 10 Kameras zugreifen, während es in der Bundesliga beispielsweise 19 bis 21 sind. Damit wird es zu Szenen kommen, die der VAR nicht eindeutig beurteilen kann. Trotzdem ist das Schweizer Projektteam der Überzeugung, dass die Kameraperspektiven reichen werden.

«Die Tomate ist ein saisonales Gemüse»

Das sagt Schiedsrichter-Chef Daniel Wermelinger zum Stand der Ausbildung mit VAR und was er sich vom Video-Schiedsrichter in der nächsten Saison erwartet.
(Video: 20 Minuten)

Das sagt Schiedsrichter-Chef Daniel Wermelinger zum Stand der Ausbildung mit VAR und was er vom Video-Schiri in der nächsten Saison erwartet. (Video: 20 Minuten)

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