Aktualisiert 05.03.2004 15:24

5 Franken 70 für ein Päckchen Zigaretten

Das Päckchen Zigaretten wird in der Schweiz vermutlich noch in diesem Jahr um 50 Rappen auf 5,70 Franken aufschlagen. Der Bundesrat will so auf europäische Preise zusteuern, die vor allem Jugendliche vom Rauchen abschrecken sollen.

Der Bundesrat habe beschlossen, die Tabakabgabe um 50 Rappen pro Zigarettenpackung zu erhöhen, um aktiv gegen den Tabakkonsum in der Schweiz vorzugehen, der jährlich für den Tod von 8.000 Menschen verantwortlich sei, teilte das Gesundheitsdepartement von Pascal Couchepin mit. Das Finanzdepartement wurde beauftragt, die Erhöhung im Laufe des Jahres 2004 vorzunehmen. Gleichzeitig hat der Bundesrat beschlossen, die Verordnung über den Tabakpräventionsfonds auf den 1. April in Kraft zu setzen, der die Prävention unterstützen soll.

Die Entscheide entsprechen laut dem Gesundheitsdepartement der Präventionspraxis mehrerer europäischer Länder, insbesondere Frankreichs und Deutschlands. Die Tabakbesteuerung werde international als eines der effektivsten Präventionsmittel gegen Tabakkonsum anerkannt. Gemäss einer Studie der Weltbank führt eine Steuererhöhung von zehn Prozent zu einer durchschnittlichen Verringerung des Zigarettenkonsums um rund vier Prozent, bei Jugendlichen gar um bis zu sieben Prozent. Der Aufschlag um 50 Rappen entspricht beim heutigen Päckchenpreis von gut fünf Franken gerade etwa diesen zehn Prozent. Gemessen an der Kaufkraft sind die Tabakpreise in der Schweiz zurzeit die günstigsten in ganz Europa. In der Schweiz reichten zwölf Minuten Arbeitszeit um sich eine Packung Zigaretten zu kaufen. In Deutschland braucht es dafür 18 Minuten, in Frankreich 32 Minuten und in Italien 26 Minuten.

Hohe Gesellschaftskosten

Der Bundesrat will mit den Beschlüssen seine Bereitschaft unterstreichen, aktiv gegen den Tabakkonsum in der Schweiz vorzugehen. In der Schweiz sterben nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit jedes Jahr 8.000 Personen vorzeitig an den Folgen des Tabakkonsums, das sind 22 pro Tag. Dies entspreche wiederum 15 Prozent aller Todesfälle in der Schweiz, 13-mal mehr als durch den Strassenverkehr ums Leben kämen. Die Kosten für die Gesellschaft, bestehend aus Kosten für medizinische Behandlungen, Invalidität und indirekten Erwerbsausfall infolge Krankheit, werden auf rund fünf Milliarden Franken pro Jahr geschätzt.

Aus dem Tabakpräventionsfonds können Präventionsmassnahmen finanziert werden, die den Einstieg in den Tabakkonsum verhindern, den Ausstieg fördern und die Bevölkerung vor Passivrauch schützen. Er wird seit dem 1. Oktober 2003 durch die Abgabe von 2,6 Rappen pro verkaufte Zigarettenpackung gespiesen. (dapd)

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