Aktualisiert 18.03.2020 21:25

Ella Rumpf in Hauptrolle5 Gründe, «Freud» auf Netflix zu bringen

Erstmals hat unser Nachbarland Österreich eine Serie für Streaming-Gigant Netflix produziert. Das Ergebnis überzeugt.

von
cat

Der Trailer zu «Freud». Quelle: Netflix

Die Hauptfigur ist spannend

Eine Serie über Sigmund Freud? Klingt erst mal etwas intellektuell abgehoben und langweilig. Das ist die Serie aber überhaupt nicht. Der 30-jährige Mediziner, den wir in «Freud» antreffen, ist ein Getriebener, der kokst, die Nächte durchfeiert und nicht davor zurückschreckt, seine Überzeugungen mit Lügen und Betrügereien durchzusetzen. Bevor der Begründer der Psychoanalyse zu Weltruhm gelangt, stiessen die Theorien Freuds über das Unbewusste und den Einsatz von Hypnose nämlich auf breite Ablehnung.

«Freud» ist ein super Genre-Mix

Zu verbürgten biografischen Fakten über Freud mischen die Macher eine ebenso brutale wie mysteriöse Mordserie im Wien des Jahres 1886, in dessen Ermittlungen Freud hineingezogen wird. Und die hats in sich.

Schon zu Beginn gibt es einen veritablen Schocker. Die übel zugerichtete Prostituierte entpuppt sich als noch gar nicht tot, und ein zweites Opfer wird mit seinen eigenen abgetrennten Zehen erstickt. Weird Stuff!

Ella Rumpf ist dabei

Ella Rumpf ist derzeit der erfolgreichste Schweizer Schauspielexport – und sie spielt in «Freud» die weibliche Hauptrolle. Die 25-Jährige schlüpft in die Rolle eines Mediums namens Fleur Salomé, die Sigmund Freud (gespielt von Robert Finster) und dem Polizisten Alfred Kiss (Austro-Star Georg Friedrich) bei den Ermittlungen hilft. Ein weiteres Karriere-Highlight für die Zürcherin, die soeben an der Berlinale ausgezeichnet wurde.

Der Macher weiss, wies geht

Hinter dem Projekt steht der Österreicher Marvin Kren, der mit der Serie «4 Blocks» 2017 für Furore sorgte und zahlreiche Preise einheimste. Manche Kritiker nannten sie sogar die beste deutsche TV-Serie aller Zeiten. «4 Blocks» handelt von einem kriminellen Araber-Clan im Berliner Problem-Bezirk Neukölln.

Mit «Freud» stellt der Autor und Regisseur seine Vielseitigkeit weiter unter Beweis und zeigt, dass er den knallharten Berliner Clan-Slang ebenso draufhat wie historische Mystery im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Die Sprache macht Spass

In der Serie wird hauptsächlich so breites Österreichisch gesprochen, dass die meisten Schweizer wohl die Untertitel aktivieren müssen, um nicht nur Bahnhof zu verstehen. Aber das hat durchaus Charme. Ausserdem lernt man viele neue Wörter: «Allanig» zum Beispiel heisst allein. Oder «Gsocks», was so viel bedeutet wie übles Pack.

Die acht Folgen «Freud» sind ab 23. März auf Netflix verfügbar.

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