Aktualisiert

Genug gemäkelt5 Gründe, sich auf Sotschi zu freuen

Terrorgefahr, Korruption, Gigantismus. Die Olympischen Spiele in Sotschi sind ein zwiespältiges Stück Sportgeschichte. Fünf Gründe, warum wir uns trotzdem freuen dürfen.

von
Sandro Compagno

1. Die Schweizer

163 Athletinnen und Athleten schickt Swiss Olympic in den Kaukasus. So gross war unsere Delegation noch nie. Und nicht nur das: Sie ist gespickt mit Medaillenhoffnungen. Von 10 bis 14 Podestplätzen spricht Chef de Mission Gian Gilli. Gut möglich, dass dieses Ziel sogar noch übertroffen wird und Sotschi zu den erfolgreichsten Olympischen Winterspielen aller Zeiten wird. Die Marke steht bei 15-mal Edelmetall (je 5 Gold, Silber und Bronze) in Calgary 1988.

2. Die Zeit

Sotschi liegt drei Zeitzonen von uns entfernt im Osten. Das bedeutet, dass um 20 Uhr in Mitteleuropa sämtliche Bewerbe abgeschlossen sind. Eltern von kleineren Kindern ersparen sich so allabendliche Diskussionen ums Zu-Bett-Gehen, wenn es doch gerade soooooo spannend ist (Diese flammen dann im Sommer an der Fussball-WM in Brasilien umso heftiger auf).

3. Die Stadien

Mehr als 50 Milliarden Euro hat die russische Regierung in ein Projekt gesteckt, das Winterspiele an den milden Gestaden des Schwarzen Meeres ermöglicht. Natürlich ist das ein Gigantismus, der jeden vernünftigen Rahmen sprengt. Dafür aber wurden einige der spektakulärsten Sportstätten der Olympischen Geschichte auf die grüne Wiese gepflanzt. Das Fischt-Stadion oder die Bolschoi-Arena machen jeden Wettkampf zum Ereignis.

4. Die Stars

Olympische Spiele sind ein Stelldichein der Stars. Kein anderer Sportanlass bietet in so kurzer Zeit eine derart geballte Ladung an sportlicher Exzellenz! Erleben wir im Eishockey den Traumfinal Kanada – Schweiz, äh Russland? Springt Iouri Podladtchikov aus dem Schatten von Shawn White? Wird Goldhamster Simon Ammann der erfolgreichste Skispringer der Olympischen Spiele? Und schafft es der norwegische Biathlet Ole Einar Björndalen gar zum erfolgreichsten Winter-Olympioniken aller Zeiten?

5. Die Lehren der Geschichte

Wurde in den letzten Jahren nicht vor jedem Grossanlass kritisiert? Zu gross? Am falschen Ort? Chaos vorbestimmt? Spätestens mit der Eröffnungsfeier am Freitag und den ersten Medaillen-Wettkämpfen am Samstag werden diese Stimmen verstummen – wenigstens für zwei Wochen. Wetten?

Deine Meinung