Ab nach Brasilien: 5 Gründe, wieso die Nati mit breiter Brust abreist
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Ab nach Brasilien5 Gründe, wieso die Nati mit breiter Brust abreist

Am Freitagabend fliegt die Schweizer Fussball-Nati an die WM nach Brasilien. Der Flug LX92 wird nicht ganz ausgebucht sein. Gut so, dann hats Platz fürs grosse Selbstvertrauen.

von
Sandro Compagno

Vor acht Jahren in Deutschland war die Schweiz im Achtelfinal in einem denkwürdigen Penaltyschiessen gegen die Ukraine gescheitert. Vor vier Jahren in Südafrika war bereits nach den Gruppenspielen Schluss. Und am Freitag? Am Freitag reist eine Generation an die WM 2014 nach Brasilien, für die der Himmel die Grenze ist. Es gibt gute Gründe, sich als Schweizer Fussballfan auf diese WM zu freuen.

1. Die spielerischen Fortschritte

Vor vier Jahren in Südafrika war die Schweiz die unattraktivste Mannschaft des Turniers. 1 Tor in 3 Spielen spricht Bände. Dass das Tor (und der Sieg) ausgerechnet gegen den späteren Weltmeister Spanien gelang, war bezeichnend. Die Nati galt als Mannschaft, die gegen Grosse gut aussieht, gegen vermeintlich kleine Gegner aber keine Lösungen findet. Das hat sich geändert: Gegen die Grossen sehen wir immer noch gut aus, wie Spiele gegen Deutschland (5:3) und Brasilien (1:0) belegen. Nach dem Spiel gegen Brasilien adelte die Nachrichten-Agentur Reuters die Nati, indem sie feststellte, die Brasilianer seien überrascht gewesen, sich auf der falschen Seite der Tricksereien wiederzufinden. Gegen Kleine tut sich die Nati immer noch schwer, aber sie verfügt heute über die spielerischen Mittel, mauernde Gegner zu knacken. Das war in der WM-Qualifikation so und in den letzten Testspielen.

2. Die Jugend

Diese Mannschaft wird auch in zwei und vier Jahren noch sehr ähnlich aussehen wie heute. Leistungsträger wie Rodriguez, Shaqiri oder Drmic sind allesamt noch keine 23 Jahre alt! Die Aussicht, noch einige grosse Turnier vor sich zu haben, lässt sie mit einer gewissen Gelassenheit nach Brasilien reisen. Dazu kommt, dass drei Spieler (Rodriguez, Xhaka und Seferovic) 2009 schon mal Weltmeister waren. Auf Stufe U17 zwar nur, aber sie haben die Erfahrung gemacht, mit den Besten mithalten zu können.

3. Die Vorbereitung

Vor vier Jahren reiste die Nati mit mehreren Testspiel-Pleiten nach Südafrika (1:3 gegen Uruguay, 0:1 gegen Costa Rica, halbwegs versöhnliches 1:1 gegen Italien). Dieses Jahr waren die Testspielgegner weniger hochkarätig, dafür durften die Schweizer ihr Selbstwertgefühl verbessern: 2:2 gegen Kroatien, 1:0 gegen Jamaika, 2:0 gegen Peru.

4. Die Fitness

Leistungsträger wie Shaqiri, Behrami, Xhaka oder Schär kamen in der vergangenen Saison aus verschiedenen Gründen in ihren Vereinen nicht so oft zum Zug, wie gewünscht. Das kann sich an der Weltmeisterschaft zum Vorteil wenden. Im Gegensatz zu den Spaniern, Deutschen oder Brasilianern hat keiner unserer WM-Stars 70 oder mehr Spiele in den Beinen.

5. Der Trainer

Ottmar Hitzfeld wird sich nach der WM in den Ruhestand verabschieden. Ein Blick in die Vita des grossen Fussball-Lehrers zeigt: Bis auf 2004 (Bayern München) ging er immer mit einem Erfolg: 1984 verliess er den SC Zug nach dem Aufstieg in die damalige NLA, 1991 wechselte er als Schweizer Meister von GC zu Borussia Dortmund. 1997 trat er als BVB-Trainer nach dem Triumph in der Champions League zurück. Und 2008 übernahm er die Schweizer Nati als Double-Sieger mit dem FC Bayern. Es würde in die Reihe passen, mit einem Erfolg als Nati-Trainer abzutreten. Es muss ja nicht gerade am 13. Juli als Weltmeister sein …

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