Aktualisiert 21.05.2020 17:57

Johns-Hopkins-Universität

5 Millionen Covid-19-Fälle weltweit – wahre Infektionszahlen wohl viel höher

Mindestens 5’000’038 verzeichneter Covid-Fälle und über 323’000 Todesopfer – das sind die weltweiten Corona-Zahlen der Johns Hopkins Universität. Die WHO meldet gleichzeitig einen Rekord bei den Neuinfektionen innert 24 Stunden.

von
Ann Guenter
1 / 16
Ein Virus beherrscht die Welt: Bestatter tragen in Venezuela den 51-jährigen Marcos Espinoza zu Grabe, der Covid-19 unterlegen ist.

Ein Virus beherrscht die Welt: Bestatter tragen in Venezuela den 51-jährigen Marcos Espinoza zu Grabe, der Covid-19 unterlegen ist.

keystone-sda.ch
Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich US-Wissenschaftlern zufolge weltweit mehr als fünf Millionen Menschen nachweislich mit dem neuartigen Virus infiziert.

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich US-Wissenschaftlern zufolge weltweit mehr als fünf Millionen Menschen nachweislich mit dem neuartigen Virus infiziert.

keystone-sda.ch
Blick in die  vollbelegte Intensivstation des Gilberto Novaes Municipal Campaign Spitals in Manaus, Brasilien.

Blick in die vollbelegte Intensivstation des Gilberto Novaes Municipal Campaign Spitals in Manaus, Brasilien.

keystone-sda.ch

Die Zahl der weltweit gemeldeten Corona-Infektionen hat die Marke von 5 Millionen überschritten. So meldet die Johns-Hopkins-Universiät aus Baltimore mindestens 5’000’038 Covid-Fälle und 328’172 Tote. Knapp jede dritte Infektion wurde in den USA nachgewiesen.

Die Universität aus Baltimore gilt als weltweit führend bei der Erfassung von Daten zum Coronavirus. Die Webseite der Forscher wird regelmässig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert.

Experten gehen in jedem Fall von einer Dunkelziffer aus. Denn: In vielen Ländern werden nur schwer Erkrankte auf das Coronavirus getestet und so bleiben viele Fälle unerkannt.

«Wir haben bei dieser Pandemie noch einen langen Weg vor uns»

Die Zahlen decken sich mit anderen Zählungen: Gemäss jener der Nachrichtenagentur AFP wurden bis Mittwoch mehr als 4,9 Millionen Infektionsfälle in 196 Ländern registriert, die Zahl der gemeldeten Todesfälle stieg auf über 323’000.

Und auch die WHO wartet mit neuen Zahlen auf: Demnach sind in den vergangenen 24 Stunden weltweit mit 106’000 Neuinfektionen so viele neue Corona-Fälle registriert worden wie noch nie binnen eines einzigen Tages. «Wir haben bei dieser Pandemie noch einen langen Weg vor uns», sagt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz. Sorgen bereiteten insbesondere die steigenden Fallzahlen in ärmeren Ländern.

Die weltweit am schwersten betroffenen Länder sind die USA mit 1’551’853 Fällen, Russland mit 308’705 Fällen und Brasilien mit 291’579 Fällen. Danach folgen Grossbritannien (249’619 Fälle) und Spanien (232’555 Fälle).

USA: Düstere Prognosen

Am schwersten betroffen sind nach wie vor die USA. Dort stieg die Zahl der Toten binnen 24 Stunden um mehr als 1500 auf knapp 92’000. Nach einer Prognose von Forschern der Universität von Massachusetts könnte die Zahl der Corona-Toten in den USA binnen 25 Tagen um weitere 22’000 auf 113’000 steigen. Washington rechnet mit insgesamt 100’000 bis 240’000 Todesopfern der Corona-Epidemie im Land.

Inzwischen haben die Staaten diverse Lockerungen der Corona-Beschränkungen auf den Weg gebracht. Experten zufolge ist die Krise aber keineswegs überstanden.

«Ein grossartiges Zeichen an alle – Normalisierung!»

US-Präsident Donald Trump

Die medizinischen Berater des US-Präsidenten, der eine möglichst rasche Wiederöffnung der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens will, warnen vor eben diesem: Die Pandemie sei in den USA allenfalls mit Mühe eingedämmt worden. Doch Donald Trump will den Wahlkampf im Sommer und Herbst nicht mit Nachrichten von Rekordarbeitslosigkeit und Depression einläuten. Gleichzeitig kämpft er mit sinkenden Umfragewerten.

In einem Tweet erklärte Trump nun, dass er das Treffen der sieben führenden Industrienationen (G7) im Juni nun doch in Camp David statt als Videokonferenz abhalten wolle. «Das wäre ein grossartiges Zeichen an alle - Normalisierung!», schreibt Trump. Die USA hatten im März angekündigt, das Treffen solle durch eine Videokonferenz ersetzt werden.

Unterstützt vom US-Präsidenten kommt es in den USA immer wieder zu Protesten gegen die Corona-Beschränkungen, zum Beispiel im Bundesstaat Michigan. Am Mittwoch schlossen sich Friseure dem Protest vor dem Parlament in der Hauptstadt Lansing an. Friseurstühle wurden vor dem Kapitol platziert, auf denen einige Demonstranten umsonst einen Haarschnitt bekamen. Vor rund drei Wochen waren während einer Protestaktion zudem bewaffnete Demonstranten in das Parlament des Bundesstaates eingedrungen.

Russland: Moskau am schwersten betroffen

Russland hat bei der Zahl der registrierten Corona-Infizierten die Marke von 300’000 überschritten. Am Mittwoch kamen innerhalb eines Tages mehr als 8700 neue Fälle hinzu, wie die Behörden in Moskau mitteilten. Das sei der niedrigste Wert seit Anfang Mai. 2972 Menschen starben demnach mit dem Virus. Mit 135 Todesfällen pro Tag habe es nun einen neuen Höchststand gegeben.

Am schwersten betroffen ist die Hauptstadt Moskau, auf die gut die Hälfte aller Corona-Infektionen im Land entfällt. Nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin werden derzeit etwa 18’000 schwer kranke Menschen in Kliniken behandelt. Eine «humanitäre Katastrophe» habe es aber nicht gegeben.

Der Staatsagentur Tass zufolge liegen derzeit landesweit 99’000 Menschen, die an Corona erkrankt sind, in Krankenhäusern. Davon seien 2100 Patienten an Beatmungsmaschinen angeschlossen.

«Dieses Problem kann nicht so schnell gelöst werden»

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin

Vor allem in Moskau gilt nach wie vor strenge Ausgangssperren. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es aber keinerlei Kontaktverbote. In vielen Landesteilen wurden die Beschränkungen mittlerweile wieder gelockert. Das sei in Moskau erst dann möglich, wenn die Zahl neuer Fälle deutlich zurückgehe, sagte Sobjanin. «Wir müssen verstehen, dass dieses Problem nicht so schnell gelöst werden kann.»

Menschen über 65 Jahre und mit Vorerkrankungen müssen landesweit weiterhin zu Hause bleiben – das schon seit Ende März. Experten sehen unter anderem darin einen Grund, weshalb die Zahl der Toten in Russland vergleichsweise niedrig ist. Zuletzt gab es Berichte ausländischer Medien, dass viele Corona-Todesfälle nicht in der Statistik auftauchten. Die Behörden dementierten das vehement.

Brasilien: Über 17’000 neue Corona-Fälle in 24 Stunden

Mit 17’408 Neuinfektionen und 1179 Todesfällen binnen 24 Stunden melden die brasilianischen Behörden neue Rekordwerte. Die Zahl der bestätigten Ansteckungen stieg auf 271’628. Zudem verzeichnete das grösste Land Südamerikas erstmals mehr als 1000 Todesfälle an einem Tag, der bisherige Höchstwert lag am 12. Mai bei 881 Toten. Insgesamt sind nun in Brasilien 17’971 Menschen an dem Covid-19-Erreger gestorben.

Brasilien liegt nach den Daten der US-Universität Johns Hopkins bei der Zahl der Todesopfer damit weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz drei der am schwersten betroffenen Länder – hinter den USA und Russland. Die Dunkelziffer dürfte unter anderem wegen fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse weit höher liegen.

Präsident Jair Bolosnaro drängt auf eine schnelle Wiedereröffnung der Wirtschaft. Seit Wochen liegt er mit den Gouverneuren der Bundesstaaten wegen der verhängten Beschränkungen des öffentlichen Lebens auf Konfrontationskurs: Er vertritt die Auffassung, dass durch verlorene Arbeitsplätze mehr Schaden angerichtet werde als durch die Krankheit selbst. Im Gegenzug werfen ihm die Bundesstaaten vor, die Corona-Krise herunterzuspielen.

«Was wollen Sie, das ich tue?»

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro

Bolsonaro der das Virus lange als «kleine Grippe» abgetan hatte, kommentierte die Entwicklung der Krise mit: «Es tut mir leid. Was wollen Sie, dass ich tue?». Diese Woche liess er den Streit mit den Bundesstaaten eskalieren, indem er Fitnessstudios und Schönheitssalons zu «wesentlichen» Dienstleistungen erklärte, die offiziell wieder öffnen dürfen. Er drohte mit rechtlichen Schritten gegen lokale Regierungen, die sich nicht daran halten würden. Sao Paulo, Brasiliens bevölkerungsreichster Staat mit den meisten COVID-19 Fällen, werde Bolsonaros Dekret nicht einhalten, sagte Gouverneur Joao Doria. Er teilt damit die Auffassung von mindestens zehn weiteren Gouverneuren.

Das Wirtschaftsministerium prognostizierte am Mittwoch, dass Brasiliens Wirtschaft infolge der Coronavirus-Pandemie im Jahr 2020 um 4,7 Prozent schrumpfen würde, der grösste jährliche Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als einem Jahrhundert. Das Ministerium schätze, dass jede weitere Woche unter Quarantänemassnahmen die Wirtschaft umgerechnet rund 3,15 Milliarden Euro koste.

(REUTERS)
Fehler gefunden?Jetzt melden.
92 Kommentare

Robby M.

22.05.2020, 08:49

Es sterben weltweit jedes Jahr viel mehr Menschen an anderen Krankheiten - und keiner macht ein Theater daraus. Und es sind nicht über 84jährige, sondern Kinder und Erwachsene im besten Alter. Aber diese Toten sind vor allem regional und interessieren im Westen kein Schwein.

Yeroman

22.05.2020, 06:19

Diese Zahlen sind kompletter Humbug! Die PCR Tests liefern zu 80% falsche Ergebnisse, Regierungen und Medien verbreiten vorsätzlich Lügen und unterdrücken durch zensurieren seriöse Forscher und Mediziner! Es gibt keine evidente validierte Tests! Die FB Gruppe "Der Widerstand"

5 Mio tönt schon nach viel

21.05.2020, 10:44

5 Millionen sieht nach viel aus, aber die 75 Millionen Steuergeld die diese kleine Zeitung unter anderen erhält ist noch viel mehr.