Hohe Belohnung: 5 Millionen Dollar Kopfgeld auf Warlord Kony
Aktualisiert

Hohe Belohnung5 Millionen Dollar Kopfgeld auf Warlord Kony

Wegen des Putschs in Zentralafrika gerät die Suche des berüchtigten Rebellenführers Joseph Kony ins Stocken. Derweil versprechen die USA eine hohe Belohnung für Hinweise auf seinen Aufenthaltsort.

von
rey

Mit diesem Video machte die Hilfsorganisation Invisible Children auf die Verbrechen von Joseph Kony aufmerksam.

Die US-Regierung hat ein Kopfgeld bis zu fünf Millionen Dollar für Hinweise ausgesetzt, die zur Verhaftung des flüchtigen Rebellenführers Joseph Kony aus Uganda führen. Ebenfalls mit Hilfe von Belohnungen gesucht werden zwei seiner engsten Helfer, wie die US-Regierung am Mittwoch mitteilte.

Kony ist Kommandeur der Rebellengruppe Lord's Resistance Army (LRA), die vor allem für die Rekrutierung von Kindersoldaten berüchtigt ist. Ihm werden schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, weswegen er seit 2005 mit Haftbefehl vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gesucht wird. Die LRA (Widerstandsarmee des Herrn) wurde 1987 gegründet und kämpft im Grenzgebiet zwischen Uganda, Südsudan und Kongo für eine Art Gottesstaat auf der Grundlage der Zehn Gebote.

Fahndung wegen Putsch vorerst auf Eis

Zurzeit soll sich Kony in der Zentralafrikanischen Republik aufhalten, wo ihn zuletzt rund 3500 Soldaten der Afrikanischen Union gesucht haben. Die Fahndung wurde nun allerdings ausgesetzt. Grund ist, dass die neue Regierung nicht mit der Militärmission aus verschiedenen afrikanischen Staaten zusammenarbeitet, wie der ugandische Armeechef, General Aronda Nyakairima, in Kampala sagte. Zunächst müsse nun das grundsätzliche Verhältnis der neuen Regierung zur Afrikanischen Union (AU) geklärt werden.

Kony 2012

Der Ende März gestürzte Präsident der Zentralafrikanischen Republik, François Bozizé, hatte die Suche nach Kony unterstützt und dafür auch ausländische Soldaten und Militärberater ins Land gelassen, darunter auch etwa 100 Experten aus den USA. Bozizé musste aber vor gut einer Woche vor den Truppen des Rebellenbündnisses Séléka flüchten. Deren Führer Michel Djotodia hat sich selbst zum neuen Staatschef ernannt.

KONY 2012

Virale Internetkampagne «Kony 2012»

Menschenrechtsaktivisten aus den USA bezeichneten es als eine «Katastrophe für die Zivilbevölkerung», sollten die AU-Truppen die Zentralafrikanische Republik verlassen. «Alle Führungsspitzen der LRA befinden sich in der Zentralafrikanischen Republik», sagte ein Sprecher der Organisation Enough Project. «Dort sollte auch der Schwerpunkt der Militäroperationen liegen.»

Josephy Kony war im Jahr 2012 wegen einer Kampagne der Hilfsorganisation Invisible Children in den Fokus der Weltöffentlichkeit geraten. Das Youtube-Video, das auf seine grausamen Verbrechen aufmerksam macht, wurde über 97 Millionen mal angesehen. (rey/sda)

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