Sponsored: 5 Mythen über Frauengesundheit, die du schnell vergessen solltest
Zum internationalen Weltrauentag – 5 Mythen über Frauengesundheit auf dem Prüfstand.

Zum internationalen Weltrauentag – 5 Mythen über Frauengesundheit auf dem Prüfstand.

Pexels/Anna Shvets
Publiziert

Sponsored5 Mythen über Frauengesundheit, die du schnell vergessen solltest

Rund um Blasenentzündung, Scheidenpilz und Brustkrebs ranken sich viele Mythen. Zum Weltfrauentag haben wir eine Gynäkologin gefragt, was wirklich stimmt.

von
Gloria Karthan

Am internationalen Tag der Frau, dem 8. März, dreht sich alles um die Frau, ihre Rechte und die Gleichstellung der Geschlechter. Auch das Thema Frauengesundheit steht dabei im Zentrum. Obwohl sie viele Frauen betreffen, kursieren um Themen wie Blasenentzündung, sexuell übertragbare Krankheiten oder Brustkrebs viele Mythen.

Dr. med. Susanne Baer Altorfer ist leitende Ärztin in der Ladies Permanence Stadelhofen in Zürich, wo sich Frauen an 365 Tagen im Jahr ohne Voranmeldung untersuchen lassen können. Wir haben die langjährige Expertin mit den häufigsten Mythen konfrontiert.

«Nur wer Symptome hat, muss sich auf sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen»

Das sagt die Expertin:

«Das ist überhaupt nicht richtig. Die meisten Frauen kommen zwar zum Testen zu uns, wenn sie Symptome wie Ausfluss, Blutungen oder Unterleibsschmerzen haben. Doch in vielen Fällen zeigen infizierte Frauen keine Symptome. Bei den Männern sind es etwas weniger.

Das hat dazu geführt, dass sich STDs (sexually transmitted diseases, auf Deutsch: Sexuell übertragbare Erkrankungen) wie Gonorrhoe oder Chlamydien munter verbreiten konnten – das haben wir insbesondere in den vergangenen Jahren gemerkt.

Chlamydien kommen bei uns in der Praxis am häufigsten vor. Behandelt man sie nicht, kann es zu einer Entzündung der Eileiter kommen. Werden sie hingegen erkannt, wird man sie mit einer Einmaldosis Antibiotika wieder los.

Wer einen One-Night-Stand ohne Kondom hatte, sollte sich unbedingt testen lassen – zuvor aber zwei bis drei Wochen warten, damit der Test verlässlich ist.
Wer in einer neuen Partnerschaft vorhat, ohne Kondom zu verhüten, sollte sich testen lassen. Das ist auch dem oder der anderen gegenüber fair.»

«Nachdem man einmal Sex hatte, bringt die HPV-Impfung nichts mehr»

Das sagt die Expertin:

«Es gibt über 124 verschiedene Typen von Humanen Papillomviren, nur vereinzelte können Gebärmutterhalskrebs oder Feigwarzen verursachen. In 90 Prozent der Fällen steckt man sich zwar beim ersten Geschlechtsverkehr an. Aber mit welchen Viren, weiss man jeweils nicht. Darum ist eine HPV-Impfung auch nach dem ersten Geschlechtsverkehr sinnvoll. Dazu kommt, dass sie nicht nur gegen Krebs, sondern auch gegen lästige Genitalwarzen schützt.

Ideal ist eine Impfung zwischen dem 11. und 14. Lebensjahr. Ab 15 sind statt zwei Impfdosen drei nötig. Findet die erste Impfung vor dem 27. Geburtstag statt, übernimmt die Grundversicherung die Kosten. Ansonsten belaufen sich die Kosten auf rund 600 Franken für alle drei Impfungen.

Nur gerade 49 Prozent der Schweizer Frauen sind geschützt. Auch Männer können sich infizieren und sollten sich deshalb ebenso impfen lassen. Ein Kondom schützt übrigens nur bedingt vor HPV.»

Nur gerade 49 Prozent der Schweizer Frauen sind gegen HPV geimpft.

Nur gerade 49 Prozent der Schweizer Frauen sind gegen HPV geimpft.

Pexels/Roberto Hund

«Einen Scheidenpilz kann man durch Verzicht auf Zucker einfach aushungern»

Das sagt die Expertin:

«Dass Pilzsporen durch Zuckerentzug eingedämmt werden, erzählt man sich schon lange – Studien konnten das allerdings nie belegen. Anti-Pilz-Diäten bringen also in der Regel nichts.

Die Scheidenflora kann man sich wie ein Ökosystem vorstellen, bei dem alles in Balance ist. Pilze wachsen vor allem bei gestörtem Scheidenmilieu, also wenn diese Balance durcheinander gerät. Das passiert häufig nach der Periode; denn während das Milieu in der Scheide sauer ist, ist Mensblut alkalisch – ebenso wie Sperma. Auch übertriebene Intimhygiene stört das Gleichgewicht: Bitte bloss nie die Scheide ausspülen, sie reinigt sich selbst. Ist die Flora im Lot, kommts nicht zu einem Infekt. Eine Kur mit Milchsäurebakterien kann dabei helfen, dass das so bleibt.

Wer einen Pilz hat, sollte nicht abwarten, sondern ihn behandeln. Und, falls es Symptome wie rote Punkte auf der Eichel hat, den Partner gleich auch; mit einer Salbe gegen Pilzbefall. Produkte wie Gyno Canesten sind rezeptfrei erhältlich und wirken recht zuverlässig. Kommen Patientinnen mit einem hartnäckigen Scheidenpilz zu uns, gibts eine Einmaldosis Antimykotikum als Tablette und der Pilz ist weg.»

Scheidenpilz durch Zuckerverzicht aushungern? Laut Expertin ein Mythos.

Scheidenpilz durch Zuckerverzicht aushungern? Laut Expertin ein Mythos.

Pexels/Aline Viana

«Frauen mit grosser Oberweite erkranken häufiger an Brustkrebs»

Das sagt die Expertin:

«Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass grosse Brüste per se ein Risiko für ein Mammakarzinom darstellen. Grosse Brüste sind allerdings schwieriger zu untersuchen – das könnte ein Grund sein, wie dieser Mythos entstanden ist.

Dazu kommt: Generell übergewichtige Frauen haben ein höheres Risiko, da im Fettgewebe Östrogen produziert wird, was im Zusammenhang mit Brustkrebs steht. Zusammen mit Rauchen und Diabetes gehört Adipositas daher zu den grössten Risikofaktoren. Das familiäre Risiko, also wenn nahe weibliche Verwandte wie Mutter und Schwestern an Brustkrebs erkrankt sind, beläuft sich auf höchstens 10 Prozent. Kleine Brüste haben übrigens meist viel Drüsengewebe und sind deshalb ebenso gefährdet. Beim Abtasten einer eher dichten Brust ist es schwierig, Knoten zu erkennen.

Ich empfehle, die eigene Brust monatlich selber abzutasten – online gibts dazu zahlreiche Video-Anleitungen. Am besten direkt nach der Mens, wenn sie am weichsten ist und Knötchen auffallen.»

«Einmal monatlich, direkt nach der Mens, sollte man seine Brüste abtasten», so die Frauenärztin.

«Einmal monatlich, direkt nach der Mens, sollte man seine Brüste abtasten», so die Frauenärztin.

Pexels/cottonbro

«Antibiotika ist das beste Mittel gegen Blasenentzündung»

Das sagt die Expertin:

«Gegen eine resistenzgerechte Therapie mit Antibiotika ist nichts einzuwenden. Doch die Antibiotika-Resistenzen nehmen weltweit stark zu. Darum wird laufend nach Alternativen gesucht.

Ich persönlich bin Fan von sogenanntem Uro-Vaxom. Dabei handelt es sich um eine Kapsel, die Fraktionen des Darmbakteriums E. Coli enthält und mit einem Impfstoff zum Schlucken vergleichbar ist. Sie ist eine super Prophylaxe gegen chronische Blasenentzündung.

Einen unkomplizierten Harnwegsinfekt behandeln wir in der Praxis teils auch mit drei Ibuprofen-Tabletten à 400mg. Gewisse pflanzliche Stoffe, etwa das rezeptfreie Angocin mit Senföl, Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel, können dabei unterstützen. Femmanose, ein Pulver mit Einfachzucker ist zwar nicht ganz günstig, aber dafür rezeptfrei erhältlich und wirksam als Prophylaxe und Behandlung bei leichten Infekten.

Spätestens, wenn Schmerzen in der Nierengegend oder Blut im Urin auftauchen, ist es allerdings ein klarer Fall für uns Profis.»

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Ladies Permanence Stadelhofen.

Deine Meinung

3 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

feminist

09.03.2021, 19:01

Super Artikel! Danke Frau Bär

sandra

09.03.2021, 09:09

vielen dank für den beitrag! solche mythen lassen sich irgendwie nur schwer aus der welt schaffen... daher umso wichtiger, dass sie immer mal wieder thematisiert werden

Vanessak

08.03.2021, 12:34

Mega spannend, paar Sachen wusste ich selber noch nicht!