«Schmuddeliger Schrott»: 5 Mythen zu Secondhand im Check
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«Schmuddeliger Schrott»5 Mythen zu Secondhand im Check

Handys, Kleider, Luxusartikel: Es liegt im Trend, gebrauchte Artikel zu kaufen. Zu Secondhand kursieren jedoch viele Unwahrheiten. Wir haben fünf Mythen auf den Prüfstand gestellt und liefern die Antworten.

von
Tobias Bolzern
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Es macht Spass, auf Flohmärkten nach Schnäppchen zu stöbern …

Es macht Spass, auf Flohmärkten nach Schnäppchen zu stöbern …

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… in Brockis Möbel aus richtigem Holz anzuschauen …

… in Brockis Möbel aus richtigem Holz anzuschauen …

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… oder stundenlang in Plattenkisten zu wühlen. Doch nicht nur offline, auch online boomt das Geschäft mit Secondhand-Artikeln. 

… oder stundenlang in Plattenkisten zu wühlen. Doch nicht nur offline, auch online boomt das Geschäft mit Secondhand-Artikeln.

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Secondhand gibt es nur in Läden

Es ist etwas Schönes, den Tag in Brockis und auf Flohmärkten zu verbringen, in Plattenkisten zu wühlen und das eine oder andere Schnäppchen zu machen. Doch nicht nur offline, auch online mit Kleinanzeigen oder auf Auktionsplattformen boomt das Business mit gebrauchten Artikeln. Auf Ricardo.ch wurden 2019 insgesamt 2,7 Millionen Occasionsartikel verkauft. Insgesamt verzeichnet die Plattform 3,7 Mio. Nutzer. Und: Rund jedes fünfte Mitglied ist 20- bis 29-jährig.

Secondhand ist schmuddelig und alter Schrott

Gebrauchte Unterwäsche vom Wühltisch? Das findet man wohl in keinem Brocki. Bei Secondhand-Produkten ist die Qualität meist hoch. Das zeigen florierende Vintage-Mode-Läden, Occasions-Elektronik-Shops und zahlreiche Velo- und Skibörsen im Land. Beliebt sind auch Produkte aus dem Luxussegment. Bei Ricardo.ch sind Louis Vuitton und Rolex auf den ersten Plätzen der Top-5-Suchbegriffe. Doch auch landwirtschaftliche und Bau-Fahrzeuge sowie Töffli finden sich auf der Rangliste wieder.

Secondhand ist miese Qualität

«Über 97 Prozent der Käufe von Secondhand-Artikeln auf Ricardo werden positiv bewertet. Das zeichnet ein klares Bild», sagt Mojca Fuks, PR-Managerin bei Ricardo. Bei Käufern von Neuware ist die Zahl mit 96 Prozent positiven Bewertungen ähnlich hoch. Die Qualität der gekauften Produkte sei neben der Liefergeschwindigkeit und der Kontaktqualität einer der Hauptgründe für die Abgabe einer Bewertung, so Fuks.

Secondhand ist teuer

46’000 Franken: So viel hat 2019 jemand für eine Rolex Day Date Platin bezahlt. Doch Secondhand muss gar nicht teuer sein. Einer der grössten Faktoren, die zu einem Secondhand-Kauf führen, ist wohl bei vielen der meist attraktive – sprich niedrige – Preis. So purzeln zum Beispiel auch bei gewissen gebrauchten Produkten aus dem Luxussegment die Preise. «Aufgrund der meist hohen Qualität versprechen solche Produkte eine lange Verwendungsdauer», so Fuks. Und: Gebrauchte Alltagsgegenstände gibt es oft zu einem wirklichen Schnäppchenpreis.

Bei Secondhand ist das Angebot klein

Secondhand ist beliebt, und damit wird die Auswahl vielfältiger. Waren im Jahr 2012 noch 40 Prozent der auf der Auktionsplattform Ricardo verkauften Artikel in gebrauchtem Zustand, waren es im Jahr 2019 um die 60 Prozent. «Wir führen diese Entwicklung auf das zunehmende Bedürfnis nach sinnvollem, umweltgerechtem Einkaufen zurück», erklärt Fuks. Man kaufe lieber regional als global und lieber gut erhaltene Stücke aus zweiter Hand als Wegwerfprodukte. «Qualität geht vor Quantität», so Fuks.

Secondhand Day

Am 26. September findet der erste nationale Secondhand Day statt. Der Tag soll zu einem besseren Umgang mit der Umwelt animieren und zeigen, dass nachhaltiges Handeln möglich und einfach ist. Die Initiative wurde von Ricardo, Myclimate, Circular Economy Schweiz und 20 Minuten ins Leben gerufen.

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