Schlafmangel: Das sind die Folgen von zu wenig Schlaf

Schon ab einer schlaflosen Nacht kann deine Stimmung, Konzentration, Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit unter dem Schlafentzug leiden.

Schon ab einer schlaflosen Nacht kann deine Stimmung, Konzentration, Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit unter dem Schlafentzug leiden.

Pexels / MIkotoraw
Publiziert

Gesundheit5 schädliche Auswirkungen von Schlafmangel

Deine Schlafenszeiten werden immer kürzer? Achtung: Schlafmangel kann deiner Gesundheit langfristig schaden. 

von
Geraldine Bidermann

Im Schlaf tankst du Kraft. Körper und Psyche kommen zur Ruhe, Erlebnisse werden verarbeitet und das Immunsystem gestärkt. 

Wie schläfst du?

Schlaf gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Deswegen zeigen sich die Folgen von zu wenig Schlaf in allen Lebensbereichen. Aber was genau passiert, wenn man nicht schläft?

1. Schlafmangel macht dich unkonzentriert

Zu wenig Schlaf mindert die Konzentration. Du kannst dich nicht konzentrieren. Es fällt schwer, Aufgaben zu erledigen und gute Entscheidungen zu treffen. Vielleicht hast du in Gesprächen sogar Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden. Das liegt daran, dass ein übermüdetes Gehirn nicht mehr zwischen dem Kurz- und Langzeitgedächtnis wechseln kann.

«Was hast du gesagt?»: Schlafmangel macht unkonzentriert.

«Was hast du gesagt?»: Schlafmangel macht unkonzentriert.

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2. Die Risikobereitschaft nimmt zu

Wer unter Schlafmangel leidet, trifft laut einer Studie der Universität Zürich risikofreudigere Entscheidungen. Interessant daran: Die Teilnehmenden der Studie schätzten sich dabei selbst nicht risikofreudiger ein. Oftmals merkt man also selbst nicht unbedingt, wie stark einen der Mangel an Schlaf beeinträchtigt.

Noch kurz über Rot laufen: Schlafmangel erhöht die Risikobereitschaft. Das ist gerade im Strassenverkehr gefährlich.

Noch kurz über Rot laufen: Schlafmangel erhöht die Risikobereitschaft. Das ist gerade im Strassenverkehr gefährlich.

Pexels / Darius Krause

3. Zellen werden geschädigt und Krankheiten begünstigt

Die University of Surrey zeigte in einer Studie, wie Schlafmangel sich auf die Gesundheit auswirkt. Schliefen die Teilnehmenden der Studie über eine Woche nur knapp sechs Stunden oder weniger, wurden Hormone, die im 24-Stunden-Rhythmus ausgeschüttet werden, gestört, was die «innere Uhr» des Menschen durcheinander bringt. Dadurch regenerieren die Zellen am gesamten Körper schlechter, das Immunsystem wird geschwächt und Stress schlechter kompensiert, was viele Krankheiten zur Folge haben kann. 

Wer gedanklich mit Job und Alltag überlastet ist, sollte am Abend auf den Serien-Marathon verzichten. Das Hirn braucht Zeit, um sich auf Ruhe und Schlaf einzustellen.

Wer gedanklich mit Job und Alltag überlastet ist, sollte am Abend auf den Serien-Marathon verzichten. Das Hirn braucht Zeit, um sich auf Ruhe und Schlaf einzustellen.

Pexels / Anastasia Shurevtsa

4. Du wirst vergesslich

Neben dem sozialen Verhalten beeinträchtigt Schlafmangel die Psyche auch auf weitere Arten: Die Gedächtnisfähigkeit nimmt ab, man wird schnell reizbar und unkonzentriert. Auch Depressionen sind eng mit Schlafmangel verknüpft. Schlafmangel kann depressive Verstimmungen auslösen. Wer unter Depressionen leidet, schläft wiederum häufig schlecht – ein Teufelskreis.

Wie viel Schlaf brauchen wir?

Schlafmedizinerinnen und Schlafmediziner vergleichen die Auswirkungen von zu wenig Schlaf oft mit denen von Alkohol: Wer eine Reihe von Nächten hintereinander weniger als sechs Stunden schläft, befindet sich in einem Zustand, als ob ein Promille Alkohol im Blut herumschwirren würde: Reaktionsgeschwindigkeit, Urteilskraft und Gedächtnis sind eingeschränkt.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine psychische Erkrankung?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

VASK, regionale Vereine für Angehörige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

5. Schlafmangel macht egoistisch

Wenn wir wenig, beziehungsweise schlecht geschlafen haben, sind wir weniger hilfsbereit. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der University of California. Versuchsteilnehmende zeigten nach einer schlaflosen Nacht eindeutige Veränderungen im Gehirn. Genau die Hirnregionen, die uns Mitgefühl und Verständnis für die Bedürfnisse anderer ermöglichen, waren weniger aktiv als sonst. Der Effekt ist zum Glück nicht dauerhaft – nach einer ausgeruhten Nacht waren Einfühlungsvermögen und Hilfsbereitschaft wieder so ausgeprägt wie vorher. Gönne dir also eine gute Portion Schlaf, dein Körper und deine Mitmenschen werden es dir danken. 

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