Verrückte Super League: 5 und 9 Tore – das Spektakel geht weiter
Aktualisiert

Verrückte Super League5 und 9 Tore – das Spektakel geht weiter

14 Tore in zwei Spielen – die fünfte Runde der Super League beginnt torreich. Der FC Basel schlägt Lugano 4:1, die Young Boys deklassieren Lausanne gleich 7:2.

von
fae
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Basels Marek Suchy (rechts) erzielt mit einem Kopfball das 1:0 gegen Lugano. Torhüter Mirko Salvi bleibt chancenlos.

Basels Marek Suchy (rechts) erzielt mit einem Kopfball das 1:0 gegen Lugano. Torhüter Mirko Salvi bleibt chancenlos.

Keystone
Schön herausgespielt: Der Basler Michael Lang (rechts) versenkt den Ball nach einem schönen Zuspiel von Zuffi zum 2:0. Goalie Mirko Salvi hat das Nachsehen.

Schön herausgespielt: Der Basler Michael Lang (rechts) versenkt den Ball nach einem schönen Zuspiel von Zuffi zum 2:0. Goalie Mirko Salvi hat das Nachsehen.

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Kein neues Bild: Jubelnde FCB-Spieler.

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Keystone

Widerstand ist in der Super League offenbar zwecklos, das für nationale Verhältnisse luxuriöse Ensemble ist an normalen Tagen mehrheitlich unantastbar; im vorletzten Heimspiel hatte der FCB die Young Boys (3:0) mit unlösbaren Problemen konfrontiert, nun überrollte der Leader Lugano.

Wenigstens bis zu ihrem Einbruch hatten sich die Bianconeri im Rahmen ihrer limitierten Reichweite clever verhalten und ausser einer Serie von Cornerbällen wenig zugelassen - oder je nach Sichtweise «viel aus unseren Möglichkeiten gemacht», wie Davide Mariani nach 45 Minuten bekräftigte.

Und doch führte der Favorit 1:0. Marek Suchy verwertete eine Vorlage Zuffis per Kopf. Dass eine ansprechende Halbzeit im St. Jakob-Park selten genügt, bekamen die Tessiner in der Folge ungefiltert zu spüren. Renato Steffen und Seydou Doumbia erhöhten nach einer Tempoverschärfung auf 3:0 (53.).

Mehr als ein fokussierter Auftritt war seitens der Bebbi nicht nötig, um den Abstiegskandidaten diskussionslos zu beherrschen. Die im Vergleich zum wilden Jahr unter Zdenek Zeman etwas defensiver ausgerichteten Tessiner betrieben spätestens nach dem dritten Gegentor nur noch Schadensbegrenzung.

Der FCB siegt und siegt und siegt

Fünf Spiele, fünf Siege. FCB-Verteidiger Michael Lang kann nach dem 4:1-Sieg gegen Lugano und einer sauberen FCB-Weste auf hohem Niveau jammern. (20.8.2016)

Michael Lang beklagt das Gegentor gegen Lugano. (Video: 20 Minuten/ete)

Berner Schaulaufen und ein 7:2-Statement

Die Young Boys veranstalten gegen orientierungslose Lausanner ein Schaulaufen und rücken in der Tabelle auf Position 3 vor. Yoric Ravet überragt beim 7:2-Triumph alle.

Auf das ernüchternde Playoff-Ergebnis in der Champions-League Qualifikation gegen Mönchengladbach (1:3) reagierte YB im Tagesgeschäft vehement. Den überraschend wehrlosen Aufsteiger Lausanne führten die Berner phasenweise vor wie Lugano (7:0) im letzten April. Im Zentrum des imposanten Variantenreichtums stand Yoric Ravet. Der herausragende französische Tempo- und Spielmacher war an fünf der sieben sehenswerten Treffer direkt beteiligt.

Derweil YB zumindest in Sachen Liga ein Statement platzierte und sich mental mit Blick auf das schwierige Rückspiel im Borussia-Park am Mittwoch ein paar Bonus-Prozente verschaffte, tauchten die Waadtländer ohne Ansage ein erstes Mal seit dem Aufstieg schonungslos ab. Ihre Aufwärtstendenz der letzten Wochen verflüchtigte sich regelrecht.

Das spielerisch durchaus veranlagte Team von Taktgeber Fabio Celestini entschied sich im Stade de Suisse in prekären Situationen ausnahmslos für die falsche (Abwehr-)Variante. Den Tiefpunkt des Tages verschuldete Diniz in dilettantischer Manier: Der vom italienischen Drittligisten Padova übernommene Verteidiger passte den Ball quer durch den eigenen Strafraum - Debütant Thorsten Schick nahm die Offerte zum 3:0 nach 36 Minuten an.

Topskorer Hoarau angeschlagen

Denis Zakaria, EM-Teilnehmer und eines der grössten YB-Talente, kehrte nach mehrwöchiger Absenz zurück und belebte das Offensivspiel mit seinem dynamischen Stil. Kürzer wird das medizinische Bulletin aber offenbar nicht. Mit Miralem Sulejmani musste ein nächster Berner Schlüsselspieler passen - und in der 21. Minute liess sich Topskorer Hoarau angeschlagen auswechseln.

Basel - Lugano 4:1 (1:0)

26'012 Zuschauer. – SR Erlachner.

Tore: 45. Suchy (Zuffi/Corner) 1:0. 48. Steffen 2:0. 53. Doumbia (Delgado) 3:0. 60. Lang (Zuffi) 4:0. 66. Rosseti 4:1.

Basel: Vaclik; Lang, Suchy, Balanta, Traoré; Xhaka, Zuffi; Bjarnason, Delgado (81. Boëtius), Steffen (62. Elyounoussi); Doumbia (73. Janko).

Lugano: Salvi; Mihajlovic, Sulmoni, Golemic, Jozinovic; Sabbatini, Vécsei (57. Ponce); Alioski, Mariani (77. Rey), Mizrachi (66. Ceesay); Rosseti.

Bemerkungen: Akanji, Serey Die, Sporar (alle verletzt), Bua (U21), Fransson (nicht im Aufgebot), Lugano ohne Culina, Piccinocchi (beide verletzt), Aguirre (nicht spielberechtigt).

Verwarnungen: 19. Xhaka, 37. Balanta, 80. Delgado, 88. Golemic (alle Foul).

Young Boys - Lausanne 7:2 (3:1)

14'665 Zuschauer. - SR San.

Tore: 2. Hoarau (Ravet) 1:0. 29. Ravet (Sutter) 2:0. 36. Schick 3:0. 39. Campo (Gétaz) 3:1. 48. Sutter (Ravet) 4:1. 59. Lecjaks (Ravet) 5:1. 66. Kubo (Ravet) 6:1. 75. Pak (Campo) 6:2. 90. Frey 7:2.

Young Boys: Mvogo; Sutter, Wüthrich, Rochat (75. Gajic), Obexer (46. Lecjaks); Ravet, Zakaria, Bertone, Kubo; Frey, Hoarau (21. Schick).

Lausanne: Castella; Monteiro, Manière, Diniz; Kololli, Custodio (66. Pasche), Araz, Gétaz; Campo, Margairaz (55. Pak); Margiotta (56. Torres).

Bemerkungen: Young Boys ohne Sulejmani, Von Bergen, Sanogo, Gerndt, Seferi, Joss, Benito (alle verletzt), Lausanne ohne Frascatore, Tejeda, Yang Yang. 5. Lattenschuss von Ravet.

Verwarnungen: 4. Manière, 32. Schick, 50. Wüthrich, 81. Kololli (alle Foul). (fae/sda)

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