Aktualisiert 13.03.2019 16:34

Masernausbruch in Bern

50 Berner Schüler dürfen 3 Wochen nicht zur Schule

Im Kanton Bern greifen die Masern um sich. Die Zahl der Infizierten ist alarmierend. Rund 50 ungeimpfte Schüler dürfen nicht zum Unterricht.

von
cho
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Dem bernischen Kantonsarztamt sind seit Anfang Jahr 37 Masernfälle gemeldet worden.

Dem bernischen Kantonsarztamt sind seit Anfang Jahr 37 Masernfälle gemeldet worden.

Keystone/urs Flueeler
Das sind zehnmal mehr Erkrankungen als in den drei vergangenen Jahren zusammen.

Das sind zehnmal mehr Erkrankungen als in den drei vergangenen Jahren zusammen.

Keystone/urs Flueeler
Etliche Schülerinnen und Schüler im Kanton dürfen deshalb nicht mehr in den Unterricht.

Etliche Schülerinnen und Schüler im Kanton dürfen deshalb nicht mehr in den Unterricht.

AP/Winfried Rothermel

50 Schüler betroffen

Hohes Fieber, Übelkeit, Schmerzen und Flecken auf der Haut: Die Masern. Dem bernischen Kantonsarztamt sind seit Anfang Jahr 37 Fälle der hochansteckenden Krankheit gemeldet worden. Das sind zehnmal mehr Erkrankungen als in den drei vergangenen Jahren zusammen. 50 Schüler im Kanton Bern dürfen deshalb nicht mehr in den Unterricht. Mit dieser Massnahme will die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) den Ausbruch eindämmen.

3 Wochen zu Hause

Die Strategie des Kantons funktioniert so: Wenn nicht geimpfte Kinder während der ansteckenden Krankheitsphase mit einem an Masern erkrankten Schulkind in Kontakt kamen, werden sie von der Schule verwiesen. An mehreren Schulen im Kanton war dieser Schritt notwendig. Die Schüler werden für bis zu 21 Tage von Unterricht ausgeschlossen. Weiter sollen Kontaktpersonen von Masernerkrankten identifiziert werden. Nicht geimpften Personen werde nach einer möglichen Ansteckung empfohlen eine spezielle nachträgliche Impfung empfohlen.

Fälle auf der ganzen Welt

«Auch wenn die Massnahmen schnell greifen, rechnen wir mit weiteren Masernfällen ausserhalb der Schulen», sagt Kantonsärztin Linda Nartey. Die registrierten Fälle würden sich derzeit auf Bern, Biel und das Berner Oberland konzentrieren. Dass die Masern auf dem Vormarsch seien liege auch an der Mobilität: «Diverse Länder kämpfen derzeit teilweise intensiv mit Masernausbrüchen. Der Virus wird extrem schnell exportiert respektive importiert.»

Laut WHO-Bericht von Mitte Februar hat sich 2018 die vorläufige Zahl der gemeldeten Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahr weltweit verdoppelt. In Europa kam es etwa in der kriegsgebeutelten Ukraine zu vielen Masernfällen.

Kinder und Erwachsene

Bei den an Masern erkrankten Personen in der Schweiz handelt es sich nicht nur um Kinder, sondern auch um Erwachsene. Einige mussten mit mittleren und schweren Komplikationen ins Spital gebracht werden. Masern können in gewissen Fällen zu Lungenentzündung oder Hirnentzündung führen.

«Geht nicht nur um den Eigenschutz»

Um die Weiterverbreitung der Masern weiter einzudämmen, empfiehlt das Kantonsarzteam, sich gegen die Krankheit impfen zu lassen. «Es geht nicht nur um den eigenen Schutz, sondern auch um den von anderen Personen, die sich nicht selber schützen können», so Nartey. So dürften sich etwa schwangere Frauen, Säuglinge und Menschen mit einem unterdrückten Abwehrsystem nicht impfen lassen. Eine Impfung umfasse zwei Dosen und schütze ein Leben lang vor einer Ansteckung. Auch hierzulande zweifeln immer wieder Eltern das Impf-System an, so Nartey: «Wir hören immer wieder von Menschen, die glauben, dass der Impfstoff schädlich ist für Kind ist.» Laut den wissenschaftlichen Untersuchungen sei der Masernimpfstoff jedoch sehr sicher, versichert die Kantonsärztin. (cho/sda)

Dr. med. Linda Nartey, Vorsteherin Kantonsarztamt Bern (Foto: gef.be.ch)

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