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Amsterdam50 Kinder durch Betreuer missbraucht

In den Niederlanden ist ein 27- jähriger Kinderbetreuer und freischaffender Babysitter festgenommen worden. Er soll bis zu 50 Kinder zwischen 0 und 4 Jahren missbraucht haben.

von
dhr
Der 27-jährige Täter wird an einer Pressekonferenz in Amsterdam auf Grossleinwand den Medien präsentiert. (Bild: AFP)

Der 27-jährige Täter wird an einer Pressekonferenz in Amsterdam auf Grossleinwand den Medien präsentiert. (Bild: AFP)

Der aus Riga (Lettland) stammende Mann hatte zwischen Februar 2007 und Januar 2010 in mehreren Amsterdamer Kinderkrippen gearbeitet. Seit März 2009 bot er zudem seine Dienste als Babysitter im Internet an.

Am Dienstag wurde der 27-Jährige festgenommen. Nach seiner Verhaftung gestand er, zahlreiche Kleinkinder sexuell missbraucht zu haben. Die Polizei geht von mindestens 33, möglicherweise aber bis zu 50 Taten aus.

Kinderpornografisches Material in den USA entdeckt

Der leitende Staatsanwalt Amsterdams beschrieb den Fall als «gross und komplex». «Im Moment wissen wir noch nicht genau, wie viele Kinder Opfer des Mannes geworden sind», sagte er an einer Pressekonferenz am späten Sonntagabend. Dutzende betroffene Elternpaare wurden über die Vorwürfe informiert.

Die Polizei hatte die Ermittlungen eingeleitet, nachdem in den USA Kinderpornografie niederländischen Ursprungs aufgetaucht war. Ein Missbrauchsopfer wurde identifiziert, als die Bilder in einer TV-Sendung gezeigt wurden. Dies führte die Polizei zu dem Verdächtigen; er wurde am vergangenen Dienstag verhaftet.

Auf dem Computer des Verdächtigen seien grosse Mengen an kinderpornographischem Material gefunden worden, das er dort in verschlüsselter Form gespeichert habe, berichtet die flämische Zeitung «Het Laatste Nieuws».

Schon 2008 verdächtigt

Der Kinderbetreuer war bereits 2008 ins Visier der Sittenpolizei geraten, nachdem diese zwei Hinweise von Eltern erhalten hatte. Eine daraufhin eingeleitete Untersuchung konnte aber den Verdacht nicht bestätigen. Der Amsterdamer Bürgermeister Van der Laan geht daher davon aus, dass damals möglicherweise ein «Beurteilungsfehler» gemacht wurde.

Die Polizei rechtfertigte die Veröffentlichung des Bildes des Verdächtigen gemäss der Zeitung «Volkskrant» damit, dass sich sonst viele Eltern unnötig Sorgen machen würden. «Wir sind uns darüber im klaren, dass wir ein schweres Mittel einsetzen», sagte ein Sprecher der Justizbehörden, «aber wir glauben, dass die Schwere der Tat dies rechtfertigt.»

Der Täter handelte nicht alleine

Auch der 37-jährige Ehemann des Mannes wurde festgenommen. Er steht unter dem Verdacht des Besitzes von kinderpornografischem Material. Er soll am Montag vor Gericht erscheinen.

Vor wenigen Monaten war in den Niederlanden ein 60-jähriger Schwimmtrainer wegen des sexuellen Missbrauchs von 40 Mädchen zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. (dhr/sda)

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