Mexiko brutal: 50 Leichen innert zwei Tagen entdeckt
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Mexiko brutal50 Leichen innert zwei Tagen entdeckt

Wieder ein erschreckender Leichen-Fund in Mexiko: Im Bundesstaat Sinaloa lagen 16 verkohlte Leichen in ausgebrannten Autos. In Guadalajara wurden mindestens 20 Tote gefunden.

Die Gewalt im mexikanischen Drogenkrieg nimmt kein Ende. Innert zwei Tagen wurden in verschiedenen Bundesstaaten mindestens 47 Leichen entdeckt. Allein in Guadalajara wurden mindestens 20 Tote gefunden - nur wenige Tage vor Eröffnung der Internationalen Buchmesse in der zweitgrössten Stadt Mexikos.

Die Leichen wurden unweit des Veranstaltungsorts in drei Fahrzeugen entdeckt, die auf einer stark befahrenen Strasse der Hauptstadt des westlichen Bundesstaats Jalisco abgestellt waren. Die Toten seien gefesselt und geknebelt gewesen, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit.

Nach Angaben des Sicherheitsministers von Jalisco, Luis Carlos Najera, wurde in einem der Fahrzeuge die Botschaft eines Drogenkartells entdeckt. Um welche Bande es sich dabei handelte, wollte er zunächst nicht sagen. Auch zu dem Inhalt der Botschaft äusserte er sich nicht.

So viel Gras auf einem Fleck wie noch nie

Die am Wochenende beginnende Buchmesse von Guadalajara gilt als die weltweit wichtigste Messe für spanischsprachige Literatur. Eine Reihe renommierter Autoren und Verleger werden erwartet, darunter die beiden Literatur-Nobelpreisträger Herta Müller und Mario Vargas Llosa.

Behördenangaben zufolge ist in Jalisco das Kartell La Familia aktiv, das seine Hochburg im benachbarten Bundesstaat Michoacán hat. In den 80er Jahren war Jalisco zudem Hochburg einer Vorgängerorganisation des Sinaloa-Kartells von Joaquín «El Chapo» Guzman, eines der berüchtigsten Drogenbosse Mexikos.

Leichen in brennenden Fahrzeugen

In der Hauptstadt von Sinaloa, Culiacán, waren bereits am Mittwoch insgesamt 17 Leichen in zwei brennenden Fahrzeugen entdeckt worden. Ersten Erkenntnissen zufolge wurden die Opfer dort zunächst erschossen und dann die Fahrzeuge in Brand gesteckt.

Die Behörden gehen von einem Bandenkrieg zwischen zwei rivalisierenden Drogenkartellen aus. Durch Sinaloa führt eine der wichtigsten Drogen-Schmuggelrouten in Richtung USA.

Vier weitere Tote wurden am Mittwoch in der Ortschaft Pericos entdeckt, noch drei weitere in der Stadt Salvador Alvarado. In der Ortschaft Acólman bei Mexiko-Stadt fand die Polizei die Leichen zweier junger Männer. Eine weitere Leiche wurde in einem brennenden Auto in Toluca, der Hauptstadt des Bundesstaates Mexiko, gefunden, wie die Zeitung «Reforma» am Donnerstag berichtete.

In Ladeeraum und doppeltem Boden

Die Feuerwehr in Culiacán war nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu brennenden Kleintransportern an zwei an verschiedenen Orten gerufen worden. In einem Fall wurden fünf Leichen im hinteren Teil des Fahrzeugs und sieben weitere in einem doppelten Boden gefunden.

In dem anderen Transporter lagen vier verkohlte Körper. Bei drei Leichen soll es sich um Polizisten handeln, die zu Beginn der Woche entführt worden waren. Zu der vom Innenministerium erwähnten 17. Leiche gab es zunächst keine weiteren Angaben.

Seit Ende 2006 sind nach Schätzungen mexikanischer Medien bis zu 50'000 Menschen im Drogenkrieg getötet worden. Jeden Tag sterben zwischen 20 und 70 Menschen. (sda)

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