Basel: 50-Millionen-Geschenk für Kunstmuseum
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Basel50-Millionen-Geschenk für Kunstmuseum

Die Finanzierung des geplanten Erweiterungsbaus des Kunstmuseums Basel ist zur Hälfte gesichert: Die Laurenz-Stiftung der Mäzenin Maja Oeri schenkt für das 100-Millionen-Projekt 50 Mio. Franken. Den gleichen Beitrag soll der Kanton Basel-Stadt beisteuern.

Projekt des Erweiterungsbaus des Kunstmuseum Basel.

Projekt des Erweiterungsbaus des Kunstmuseum Basel.

Bekannt gegeben wurde die Schenkung an einer Medienkonferenz am Dienstag, an der auch über das Ergebnis des Architekturwettbewerbs für den Neubau orientiert wurde: Gewonnen haben diesen die Basler Architekten Christ & Gantenbein mit Peter Stocker. Ihr Projekt soll laut den Verantwortlichen die Austrahlung des Kunstmuseums als eines der weltweit besten Häuser seiner Art stärken.

Basel wolle sich künftig mit dem New Yorker Museum of Modern Art oder der Reina Sofia in Madrid messen, sagte Regierungspräsident Guy Morin. Der Schenkungsvertrag über die 50 Millionen sei erst am Dienstagmorgen unterzeichnet worden, hielt er strahlend fest.

Möglich dank Millionengeschenken

Dass die Ausbaupläne des Kunstmuseums überhaupt in Angriff genommen werden konnten, hat Basel ebenfalls der Kunstmäzenin Maja Oeri zu verdanken. Diese hatte dem Kanton Basel-Stadt 2008 das Geld für den Kauf einer Landparzelle gegenüber dem Kunstmuseum geschenkt. Schon 2001 hatte die Roche-Erbin mit einem Millionengeschenk dem Museum die Expansion in ein Nachbargebäude ermöglicht.

Das neue 50-Millionen-Geschenk für die Verwirklichung des Ausbaus stammt nun formell von der Laurenz-Stiftung, hinter der ebenfalls Maja Oeri steht. Diese Stiftung hatte bereits das 2003 eröffnete Schaulager auf Boden der Gemeinde Münchenstein BL finanziert.

Eröffnung für 2015 geplant

Die Basler Regierung will die Vorlage für den Erweiterungsbau noch vor Ende Sommerferien dem Parlament vorlegen. Dieses soll im Herbst über das rund 100 Mio. Fr. teure Projekt und den Kantonsbeitrag von 50 Mio. entscheiden. Die Eröffnung ist für 2015 geplant. In die Betriebskosten von jährlich 5 Mio. Fr. sollen sich der Kanton und Private teilen.

Am hochkarätig besetzten Wettbewerb für den Museumsneubau hatten sich neben anderen fünf Träger des renommierten Pritzker-Preises beteiligt (Tadao Ando, Zaha Hadid, Rafael Moneo, Jean Nouvel und Peter Zumthor). Von den 24 eingereichten Projekten schafften es indes mit Christ & Gantenbein sowie Diener & Diener zwei Basler Teams in die Schlussrunde.

Das Siegerprojekt sieht für den Neubau an der Dufourstrasse eine unterirdische Verbindung mit dem bestehenden Museumsgebäude auf der anderen Strassenseite vor. Diener & Diener hatten eine oberirdische Verbindung vorgeschlagen.

Das Projekt von Christ & Gantenbein fügt sich in den Augen der Jury harmonisch in die heterogene Stadtstruktur ein. Architektonisch trete es in einen spannenden Dialog mit dem prominenten Stammhaus.

Nicht jedes Jahr eine Vag-Gogh-Schau

Mit dem Erweiterungsbau will das Kunstmuseum dringend benötigte Flächen für Sonderausstellungen und die bessere Präsentation seiner weltberühmten Sammlung gewinnen. Von dieser können derzeit nur fünf Prozent ausgestellt werden - für Regierungspräsident Morin «eine Schande».

Kunstmuseums-Direktor Bernhard Mendes Bürgi sieht im Neubau mehr als nur einen Erweiterungstrakt. Vielmehr soll das Projekt als Leuchtturm wirken, neuartige Kunsterlebnisse ermöglichen und weitere Publikumskreise anziehen. Jedes Jahr eine Ausstellung in der Dimension der letztjährigen Van-Gogh-Schau mit über 550 000 Eintritten könne er indes nicht versprechen, schränkte Bürgi ein.

(sda)

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