Neues vom Metzger: 500 Gramm Grauhörnchen-Fleisch, bitte
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Neues vom Metzger500 Gramm Grauhörnchen-Fleisch, bitte

Neben den üblichen Fleischsorten liegen in der Vitrine eines Londoner Lebensmittelgeschäftes neuerdings Stücke vom Grauhörnchen. Das Fleisch gehe weg wie warme Semmeln.

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Vor über 100 Jahren wurden 350 Grauhörnchen von den USA nach England gebracht, wo es diese Spezie bis dahin nicht gab. Die Tiere vermehrten sich prächtig, heute leben auf der Insel mehrere Millionen Exemplare. Sie verdrängen die in England heimischen roten Eichhörnchen aus ihren Lebensräumen, verursachen massive Schäden in den Wäldern und auch der Rückgang von Singvogelpopulationen wird den «Neuzuzügern» zugeschrieben.

Verschiedentlich hat man deshalb schon versucht, das Grauhörnchen auszurotten. Bisher vergeblich. Ganz neue Wege in der Bekämpfung der Tiere geht nun ein Laden der Nahrungskette «Budgens». Dort, im Norden Londons, findet der Kunde neben Schweinelenden und Rindsvoressen nun auch Stückchen vom Grauhörnchen.

Weg wie warme Semmeln

Laut dem «Daily Telegraph» geht das Fleisch weg wie warme Semmeln. Denn es sei reich an Proteinen und arm an Fett. Ausserdem habe man früher oft und gerne Grauhörnchen verzehrt, besonders beliebt seien sie in Pies und Eintöpfen gewesen.

Blut an den Händen

Natürlich liessen die kritischen Stimmen nicht lange auf sich warten, sie meldeten sich von der Tierschutzorganisation Viva. Deren Gründer liess verlauten, dass es irrational und unmenschlich sei, die eine Art abzuschlachten, um der anderen mehr Platz zu verschaffen. Der Laden wolle nur auffallen, doch die einzige Message, die rüberkomme sei, dass sie «Blut eines wunderschönen wilden Tieres an den Händen» haben.

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