Muslime missionieren: 500 Schweizer setzen ihr Leben aufs Spiel
Aktualisiert

Muslime missionieren500 Schweizer setzen ihr Leben aufs Spiel

Als Entwicklungshelfer und ­Studienreisende verbreiten Jahr für Jahr rund 500 Schweizer das Evangelium in Staaten wie Marokko, dem Irak oder dem Sudan. Sie bringen sich und lokale Christen in Gefahr.

Evangelikale Gruppen aus der Schweiz schicken Hunderte Missionare in islamische Länder. «Dieser absolute Anspruch von Jesus, der motiviert mich schon», sagt eine 40-jährige Schweizerin der SonntagsZeitung. Sie war mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in einem afghanischen Städtchen im Einsatz.

Christliches Missionieren ist nach islamischem Recht verboten und kann mit dem Tod bestraft werden. Im Jemen wurden 2009 zwei deutsche Bibelschülerinnen umgebracht. Das Schweizer Aussendepartement warnt vor «missionarischen Aktivitäten». Trotzdem gilt die Schweiz unter Experten als ein Land mit besonders vielen strenggläubigen Entwicklungshelfern.

Gefahr für lokale Christen

«Das Wirken bestimmter Missionsorganisationen evangelikaler Prägung stellt die etablierten ­Kirchen in Ländern wie Pakistan vor grosse Probleme», sagt ­Thomas Wipf, Präsident der Schweizer Reformierten. Die Lage der Christen in isla­mischen Ländern sei schwierig ­genug, Missionare machten sie noch schwieriger.

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