Kahlschlag in Basel: 500 Syngenta-Mitarbeiter verlieren ihren Job
Aktualisiert

Kahlschlag in Basel500 Syngenta-Mitarbeiter verlieren ihren Job

Der Agrochemiekonzern Syngenta baut 1800 Stellen ab. Rund 500 Arbeitsplätze in Basel sind betroffen. Syngenta verweist auf einen gut ausgestatteten Sozialplan.

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vh
Vom Abbau oder der Verlagerung von 1800 Stellen beim Agrochemiekonzern Syngenta sind auch rund 500 Arbeitsplätze in Basel betroffen.

Vom Abbau oder der Verlagerung von 1800 Stellen beim Agrochemiekonzern Syngenta sind auch rund 500 Arbeitsplätze in Basel betroffen.

Vom Abbau oder der Verlagerung von 1800 Stellen beim Agrochemiekonzern Syngenta ist auch die Schweiz tangiert. Betroffen sind rund 500 operative Funktionen in Basel, wovon etwa zwei Drittel ins Ausland verlagert werden, wie Syngenta am Montag mitteilte. «Kurzfristig werden wir dadurch 2015 in einem schwierigen Marktumfeld erste Kosteneinsparungen erreichen. Längerfristig wird dies sowohl unsere kommerzielle Leistungsfähigkeit als auch unsere Innovationskraft steigern», heisst es auf Anfrage. «Für die Region Basel ist es ein sehr schwieriger Entscheid. In den letzten Jahren hat die Firma hunderte Stellen in der Region geschaffen – leider folgt nun der Abbau», sagt Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin.

Der Abbau und die Verlagerung am Standort Basel wird sich über zwei Jahre hinziehen. Anfang 2017 soll er abgeschlossen sein, wie Syngenta-Geschäftsleitungsmitglied Christoph Mäder sagte. Für die vom Abbau betroffenen Mitarbeitenden gebe es einen Sozialplan. «Den sozialen Verpflichtungen ist die Firma Syngenta mit dem Sozialplan nachgekommen», so Brutschin.

Basel bleibt Hauptsitz

Von der Verlagerung betroffen seien qualifizierte Sachbearbeiter in verschiedenen Bereichen, aber keine Topkader oder strategischen Stellen am Hauptsitz, sagte Mäder weiter. Laut Brutschin sei für die Region überaus wichtig, dass der Hauptsitz in Basel nicht infrage gestellt wird.

Der grösste Block an Stellen werde nach Manchester in England verlagert. Ein kleinerer Block werde nach Budapest verlagert, wo ein europäisches Finanzdienstleistungszentrum aufgebaut werde. Schliesslich werde ebenfalls ein kleiner Block für Hilfsfunktionen ins globale Delivery Center in Pune nach Indien verlagert.

Derzeit arbeiten insgesamt 3400 Mitarbeitende in der Schweiz. Syngenta sei in der Schweiz tief verwurzelt und Basel bleibe Hauptsitz. «Wir nehmen unsere soziale Verpflichtung sehr ernst und werden die geplanten Stellenreduktionen und -verlagerungen verantwortungsvoll umsetzen», wird Konzernchef Mike Mack in einer Mitteilung zitiert. Die starke Verankerung von Syngenta in der Schweiz zeige sich an den laufenden Investitionen in die Schweizer Standorte. Dazu zähle auch der Hauptsitz in Basel, wo über 200 Millionen Franken aufgewendet würden, um ein attraktives und modernes Arbeitsumfeld zu schaffen. «Dass weiterhin Investitionen durch das Unternehmen in Basel getätigt werden, ist bei allem Bedauern über den Entscheid ein positives Signal», sagt Brutschin.

Bei den Gewerkschaften herrscht Empörung

«Wir sehen die wirtschaftliche Notwendigkeit überhaupt nicht», sagt Patrick Dubach, Sprecher der Unia Nordwestschweiz. Der Stellenabbau sei laut Dubach eine reine Gewinnsteigerungsmassnahme. «Die Betroffenen sind diesen Massnahmen schutzlos ausgeliefert», so Dubach. Dem Sozialplan der Syngenta kann er zudem nicht viel abgewinnen: «Seit Januar diesen Jahres gibt es eine Sozialplanpflicht. Dafür loben sollte man die Firma deshalb nicht». Die Unia zeigt sich offensiv: «Wir verurteilen das Handeln der Firma Syngenta und fordern die Regierung zum Einschreiten auf», so Dubach.

Auch die Gewerkschaft Syna zeigt sich entsetzt. Sie sprach gar von einem «Schwarzen Montag». Auch wenn der Sozialplan auf die schwierige Situation der Mitarbeitenden über 50 Rücksicht nehme, bleibe doch der bittere Nachgeschmack, dass bei Syngenta Gewinnmaximierung das Einzige sei, das zähle. (vh/sda)

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