Der Pleitegeier kreist: 5000 Schweizer Firmen gehen pleite
Aktualisiert

Der Pleitegeier kreist5000 Schweizer Firmen gehen pleite

Die Wirtschaftskrise fordert ihren Tribut: Die Firmenkonkurse sind bis Ende April deutlich gestiegen. Für 2009 muss mit einem Rekordwert von über 5000 Firmenkonkursen gerechnet werden. Besonders betroffen: die Zentralschweiz.

Nun zeigt die Wirtschaftskrise ihre Auswirkungen: Im April wurden in der Schweiz über 410 Firmen Konkursverfahren eröffnet, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mitteilte. Das entspricht einer Zunahme von knapp 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Drohender Rekord bei Firmenkonkursen

In den ersten vier Monaten gab es mit 1633 (Vorjahr: 1379) deutlich mehr Firmenpleiten. Die hohen Werte von 2004 (1679 Insolvenzen) und 2005 (1689) wurden jedoch nicht erreicht. Creditreform geht für das Gesamtjahr 2009 von einem Rekordwert von mehr als 5000 Pleiten aus. Die steigende Anzahl Firmenpleiten belastet vor allem die Zentralschweiz mit einem Anstieg von 38,1 Prozent, gefolgt vom Kanton Zürich mit +25,3 Prozent und dem Tessin mit +23,6 Prozent.

Im Gegensatz dazu liegt die Zahl der Privatkonkurse mit 457 im April deutlich unter dem Vorjahreswert (551). In den ersten vier Monaten waren insgesamt 1919 Personen von einem Insolvenzverfahren betroffen. Im Vergleich zur gleichen Zeitspanne 2008 bedeutet dies eine deutliche Abnahme um 12,4 Prozent. Damit wurde der tiefste Wert der letzten drei Jahre erreicht.

Ob diese positive Entwicklung auch in den kommenden Monaten anhalte, werde sich zeigen, schreibt Creditreform. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise dürften aber vermutlich auch bei den Personenkonkursen ihre Spuren hinterlassen.

Dank des Rückgangs der Privatkonkurse blieb die Anzahl der Totalkonkurse per Ende April mit 3552 leicht (-0,5 Prozent) unter dem Niveau des Vorjahres.

Dritthöchster Wert an neuen Unternehmen

Im April wurden 2872 neue Firmen im Handelsregister eingetragen. Damit ergab sich gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat ein Rückgang um 15,1 Prozent. Per Ende April konnten 11 627 Neugründungen verzeichnet werden. Der hohe Wert des Vorjahres wurde damit um 9,3 Prozent unterschritten.

Den Neugründungen standen im April 1803 Löschungen gegenüber (+1,0 Prozent). In den ersten vier Monaten wurden 7327 Firmen aus dem Handelsregister gestrichen (+4,3 Prozent). Dies ist der zweittiefste Wert an Löschungen in den letzten zehn Jahren. Weniger waren nur im Jahr 2008 zu verzeichnen.

Per Ende April resultierte daraus ein Plus von 4300 Betrieben. Trotz der deutlichen Abnahme von mehr als einem Viertel gegenüber dem Vorjahr ist festzustellen, dass 4300 neue Firmen netto nach den Jahren 2007 und 2008 der dritthöchste Wert in der Schweiz per Ende April ist.

Die Rekordwerte des Vorjahres bei den Neugründungen und dem Nettowachstum liessen das laufende Jahr negativer erscheinen, als es tatsächlich sei, schreibt Creditreform. 2005 seien beispielsweise lediglich 2142 Firmen ausgewiesen worden. (sda)

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