Aktualisiert 24.08.2020 13:11

Schlag gegen Cyberkriminelle500’000 Franken von Schweizer Bankkonten gestohlen

Auf kriminelle Weise hat sich eine Täterschaft Zugang zu Schweizer Bankkonten verschafft. Zwei Personen wurden in Amsterdam verhaftet.

von
Thomas Mathis
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Zürcher Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft gelang ein Schlag gegen Cyberkriminelle. (Symbolbild)

Zürcher Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft gelang ein Schlag gegen Cyberkriminelle. (Symbolbild)

KEYSTONE
Laut Mitteilung sind mehrere Personen Opfer geworden von sogenannten Phishing-Attacken.

Laut Mitteilung sind mehrere Personen Opfer geworden von sogenannten Phishing-Attacken.

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Die niederländischen Behörden haben in Amsterdam zwei Personen verhaftet, wie es in einer Mitteilung heisst.

Die niederländischen Behörden haben in Amsterdam zwei Personen verhaftet, wie es in einer Mitteilung heisst.

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Darum gehts

  • Mehrere Personen sind seit Frühling 2019 Opfer von Phishing-Attacken geworden.
  • Die niederländischen Behörden haben nach umfangreichen Ermittlungen der Zürcher Behörden zwei mutmassliche Täter verhaftet.
  • Sie sollen sich Zugang zu Zugangsdaten zu Bankkonten verschafft und so eine halbe Million Franken ergaunert haben.

Die niederländischen Behörden haben am vergangenen Donnerstag in Amsterdam zwei Personen verhaftet. Gegen sie lief ein internationaler Haftbefehl. Dabei haben die Behörden auch verschiedene Datenträger sichergestellt.

Grund für den Haftbefehl sind umfangreiche Ermittlungen von Zürcher Behörden, wie Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft am Montag in einer Mitteilung schreiben. «Dieser Schlag gegen international agierende Cyberkriminelle ist das Ergebnis einer aufwendigen und längeren Untersuchung», heisst es. Betroffen von der kriminellen Tätigkeit sind mehrere Personen.

Zugangsdaten zu Bankkonten gefischt

Den mutmasslichen Tätern wird vorgeworfen, im Zeitraum von März 2019 bis heute sogenanntes Real-Time-Phishing betrieben zu haben. Mittels Spam-Mails wurde ein plausibel erscheinender Link verteilt, der beim Anklicken eine Weiterleitung auf komplett gefälschte Onlinebanking-Portale von mehreren Schweizer Banken auslöste. Sobald die Täter so an die Zugangsdaten gelangt waren, lösten sie umgehend Zahlungen aus, um sich unrechtmässig zu bereichern. Die bekannte Deliktsumme beläuft sich auf rund 500’000 Franken.

Auslieferung der Verhafteten beantragt

Die sichergestellten Datenträger sollen jetzt auf dem Weg der internationalen Rechtshilfe an die Schweiz übermittelt werden. Die Staatsanwaltschaft werde beim zuständigen Bundesamt für Justiz zudem beantragen, die Auslieferung der mutmasslichen Täter in die Wege zu leiten.

Der Erfolg dieser international koordinierten Aktion gegen Cyberkriminelle habe einerseits auf der engen Zusammenarbeit zwischen der Kantonspolizei und der Staatsanwaltschaft basiert, andrerseits aber auch auf der Unterstützung durch die niederländischen Behörden und der tatkräftigen Mithilfe von Onlinebanking-Spezialisten von verschiedenen schweizerischen Banken.

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