Aktualisiert 25.08.2013 13:04

Wegen Finanzkrise

53'000 junge Schweizer müssen stempeln gehen

In der Schweiz nimmt die Jugendarbeitslosigkeit wieder zu. Vor allem KV-Lehrabgänger haben Mühe, nach der Lehre eine Stelle zu finden.

von
D. Nodari

Der Jobeinstieg wird für Schweizer Jugendliche immer schwieriger. Das Bundesamt für Statistik zählte in den ersten drei Monaten im laufenden Jahr durchschnittlich 53'000 Erwerbslose im Alter zwischen 15 bis 24 Jahre. Das ist der dritthöchste Wert seit 1991. Als erwerbslos gelten Personen, die ohne Arbeit und auf Stellensuche sind.

Gemäss den vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) publizierten Arbeitsmarktberichten st die Anzahl von jungen Arbeitslosen im laufenden Jahr gestiegen. Waren in den ersten sieben Monaten durchschnittlich 7,2 Prozent mehr Jugendliche arbeitslos als im letzten Jahr.

«Viele Arbeitsplätze gingen verloren»

Wie die «SonntagsZeitung» schreibt, haben vor allem KV-Lehrabgänger immer mehr Mühe, nach der Lehre eine Festanstellung zu finden. Für Thomas Zimmermann vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund liegt der Grund hierfür bei der Finanzkrise. «Gerade in der Finanzindustrie sind viele Arbeitsplätze verloren gegangen», so Zimmermann auf Anfrage von 20 Minuten. Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit habe zu einem grossen Teil konjunkturelle Gründe, doch es gäbe auch andere Ursachen. Zimmermann weiss: «Viele Jugendliche wollen eine KV-Lehre machen. Vielleicht werden in diesem Bereich auch zu viele Personen ausgebildet.» Denn einige Branchen hätten es schwierig, Lehrpersonen zu finden und andere werden überrant.

Vor allem wegen des dualen Berufsbildungssystems stehe die Schweiz jedoch weitaus besser da als das europäische Umland. Dennoch ist für Gewerkschafter Zimmermann klar: «Es muss alles unternommen werden, um dem Problem der Jugendarbeitslosigkeit beizukommen.» Vor allem die Arbeitgeber seien gefordert, denn oft würden Jugendliche nach der Lehre keine Stelle finden, weil ihnen die Arbeitserfahrung fehle. «Die Arbeitgeber sollten deshalb unbedingt versuchen, ihre Lehrlinge nach der Ausbildung für mindestens ein Jahr weiterzubeschäftigen», fordert Zimmermann.

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