Aktualisiert 27.04.2018 09:54

Trauriger Fund53 Tonnen Mikroplastik in Naturschutzgebieten

Berner Wissenschaftler haben die Böden der Schweizer Naturschutzgebiete auf Plastik untersucht – und wurden fündig!

von
miw
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In 90 Prozent der untersuchten Böden haben Forscher der Universität Bern Mikroplastik gefunden.

In 90 Prozent der untersuchten Böden haben Forscher der Universität Bern Mikroplastik gefunden.

zvg
Die Forscher schätzen die Menge an Mikroplastik in den obersten 5 Zentimetern der Schweizer Auenböden auf insgesamt 53 Tonnen.

Die Forscher schätzen die Menge an Mikroplastik in den obersten 5 Zentimetern der Schweizer Auenböden auf insgesamt 53 Tonnen.

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Je mehr Personen in dem Gebiet leben, desto stärker kontaminiert seien die Böden. Aber selbst entlegene Berggebiete sind kontaminiert.

Je mehr Personen in dem Gebiet leben, desto stärker kontaminiert seien die Böden. Aber selbst entlegene Berggebiete sind kontaminiert.

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Die Bilder von von Mikroplastik verseuchten Weltmeeren und Binnenseen sind nicht neu. Das geografische Institut der Universität Bern hat nun aber auch die Böden von Schweizer Naturschutzgebieten auf den Kunststoff-Abfall untersucht.

Das Ergebnis ist erschütternd: In 90 Prozent der Böden wurde Mikroplastik gefunden – die Forscher schätzen die Menge an Mikroplastik in den obersten 5 Zentimetern der Schweizer Auenböden auf insgesamt 53 Tonnen.

Je mehr Personen in dem Gebiet leben, desto stärker kontaminiert seien die Böden. Aber selbst entlegene Berggebiete seien mit dem störenden Mikrokunststoff, dessen Durchmesser kleiner als 5 Millimeter ist, kontaminiert.

Gefahr für Tiere

«Diese Befunde sind alarmierend», sagt der Forscher Michael Scheurer. Denn: «Neue Studien deuten darauf hin, dass Mikroplastik im Boden zum Beispiel Regenwürmer töten kann.»

Da Regenwürmer im Boden wichtige Funktionen erfüllen, könnte dadurch auch die Bodenfruchtbarkeit beeinträchtigt werden.

Problematik wird weiter verfolgt

Das genaue Ausmass will man an der Universität Bern nun weiter untersuchen; man stehe derzeit erst ganz am Anfang. Ein erster Schritt wurde mit der Untersuchung der 29 Schweizer Auenböden gemacht. Bis anhin fehlten nämlich Techniken, mit denen man die kleinsten Plastikteilchen in einem Boden messen und quantifizieren kann. Die Forscher des Geografischen Instituts haben deshalb hierfür eigens eine Methode entwickelt.

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