Aktualisiert 15.01.2015 14:56

16 Mio Fr für St. Gallen

539 Steuersünder zeigten sich selber an

Im Kanton St. Gallen hat die Zahl der straflosen Selbstanzeigen erneut zugenommen. Daraus ergeben sich Mehreinnahmen von 15,9 Mio. Franken für Kanton und Gemeinden.

2014 haben sich 539 Steuersünder selbst angezeigt.

2014 haben sich 539 Steuersünder selbst angezeigt.

2014 haben sich 539 Personen und Firmen selbst angezeigt – die zweithöchste Zahl seit der Einführung im Jahre 2010.

Der im Vorjahr gemeldete Gesamtbetrag an deklariertem Schwarzgeld von 250 Millionen Franken wurde übertroffen – 2014 waren es 300 Millionen Franken.

Bankgeheimnis gelte auch gegenüber dem Steueramt

Im grössten Fall sei es um ein bisher nicht deklariertes Vermögen in der Höhe von 30 Millionen Franken gegangen, erklärte Felix Sager, Leiter des kantonalen Steueramtes.

In vier weiteren Selbstanzeigen wurden Beträge zwischen 10 und 15 Millionen Franken gemeldet. Im Hauptharst von einigen hundert Fällen gehe es jeweils um Summen zwischen 100'000 und einer Million Franken. Man sei nicht überrascht, dass Vermögen in solcher Höhe unentdeckt geblieben seien, erklärte Sager: Das Schweizer Bankgeheimnis gelte auch gegenüber dem Steueramt.

Unbekanntes Potenzial an Schwarzgeld

Wie gross das Potenzial an nicht versteuerten Geldern insgesamt ist konnte Sager nicht abschätzen. Er gehe aber davon aus, dass die Fallzahlen weiter zunehmen werden. Als Grund nannte der die Dauerpräsenz des Themas Steuerhinterziehung in den Medien, aber auch die angekündigte Einführung des automatischen Informationsaustausches.

Informiert wurde auch über Neuerungen: So sind beim Bund seit 2014 Lotteriegewinne bis 1000 Franken steuerfrei. Der Kanton St. Gallen wird den gleichen Schritt voraussichtlich 2016 vollziehen.

Im Entlastungsprogramm hat der Kantonsrat die Einführung einer Mindeststeuer für Kapitalgesellschaften und Genossenschaften beschlossen. Sie gilt erst ab dem fünften Geschäftsjahr nach der Gründung und beträgt nach den aktuellen Steuersätzen 837.50 Franken.

Alle Firmen zahlen neu Steuern

Bisher zahlten im Kanton St. Gallen rund 60 Prozent der 23'000 steuerpflichtigen Firmen keine Gewinnsteuern. Viele davon entrichteten auch keine oder nur wenig Kapitalsteuern. Für 2016 werden nun aus der Mindeststeuer Einnahmen für den Kanton von 3,2 Millionen Franken und für die Gemeinden von 2,3 Millionen Franken erwartet.

Die Hälfte der ebenfalls mit dem Entlastungspaket beschlossenen insgesamt 14 zusätzlichen Steuerinspektoren waren 2014 bereits an der Arbeit. Mit den von ihnen erzielten Einnahmen aus zusätzlichen Kontrollen werden zuerst ihre Gehälter und der Sachaufwand ausgeglichen. Ab 2016 rechnete das Steueramt mit Mehreinnahmen von 5,4 Millionen Franken. (sda)

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