5400 Franken mehr Lohn für Berner Kindergärtnerinnen
Aktualisiert

5400 Franken mehr Lohn für Berner Kindergärtnerinnen

Frohe Kunde für die Kindergartenlehrkräfte im Kanton Bern: Ihre Löhne werden ab 1. August nochmals deutlich erhöht, nachdem das Berner Verwaltungsgericht im Herbst 2004 eine zu grosse Differenz zu den Primarlehrergehältern beanstandet hatte.

Mit dem Beginn des neuen Schuljahres werden die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner von der Gehaltklasse 3 neu in die Gehaltsklasse 5 gehoben, wie das Amt für Information am Donnerstag mitteilte. Für eine Berufseinsteigerin bedeutet dies ein um über 5400 Franken höheres Jahresgehalt: 59 355 statt 53 898 Franken.

Zweiter Anstieg innert einem Jahr

Bereits mit Beginn des laufenden Schuljahres waren die Gehälter von der Stufe 2 in die Stufe 3 angehoben worden. Zuvor hatte eine Berufseinsteigerin noch mit einem Jahresgehalt von gut 51 000 Franken Vorlieb nehmen müssen.

Der erneute Anstieg sei mindestens indirekt Folge der erfolgreichen Gehaltsklage der Kindergartenlehrkräfte beim Verwaltungsgericht, sagte auf Anfrage der Generalsekretär der kantonalen Erziehungsdirektion, Robert Furrer.

Geschlechterdiskriminierender Lohn

Das Verwaltungsgericht hatte damals die Gehaltseinreihung der Kindergärtnerinnen als geschlechterdiskriminierend und gegenüber den Primarlehrern als zu tief eingestuft. Den Kanton hatte das Gericht zur Anhebung mindestens auf die Gehaltsklasse 3 verknurrt.

Die nun beschlossene zweite Erhöhung ab August ist laut Furrer das Ergebnis einer Funktionsbewertung, die von der Erziehungsdirektion zwischen September 2005 und März 2006 durchgeführt wurde.

Angleichung an Primarlehrer

Kindergartenlehrkräfte liegen damit neu nur noch eine Klasse unter den unverändert eingestuften Primarlehrkräften. Der Lohnunterschied zwischen Einsteigern der beiden Berufe beträgt damit künftig noch gut 2700 Franken pro Jahr, während er bis Juli 2005 noch fast 11 000 Franken betragen hatte.

Dem Kanton Bern entstehen mit der Aufhebung der Geschlechterdiskriminierung happige Mehrkosten: Allein die erneute Gehaltserhöhung schlägt laut Furrer mit 9,2 Mio. Franken jährlich zu Buche; der Betrag ist im Budget 2006 bereits enthalten.

Auf Grund des Verwaltungsgerichtsurteils musste der Kanton den Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern aber auch umfangreiche Nachzahlungen leisten für die zu tiefen Löhne in der Vergangenheit. Sie erhielten für die Zeit von März 1994 bis 2005 rund 26 Millionen Franken ausbezahlt.

0,5 Prozent Teuerungsausgleich

Ebenfalls auf das Schuljahr 2005/2006 erhalten alle Lehrpersonen einen Gehaltsaufstieg von 0,5 Prozent zum Ausgleich der Teuerung, wie Furrer weiter sagte. Der Anstieg entspricht jenem, der dem übrigen Kantonspersonal bereits auf Anfang Jahr gewährt wurde.

Schulleiterinnen und Schulleiter der Volksschule und des Kindergartens erhalten zudem mehr Beschäftigungsgradprozente zugesprochen. Damit trägt der Regierungsrat laut Mitteilung dem Umstand Rechnung, dass die Arbeitsbelastung der Schulleitungen grösser und der Aufgabenkatalog erweitert worden ist. (sda)

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