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Drei Todesopfer in neun Jahren55-Jährige starb in einem der gefährlichsten Tunnel der Schweiz

Bei einem tödlichen Verkehrsunfall verlor eine Autofahrerin am Dienstagmorgen ihr Leben. Die Frau verlor im Eggfluetunnel auf der A18 die Kontrolle über ihr Auto und prallte in eine seitliche Ausstellbucht. Sie ist nicht das erste Opfer. Das Bundesamt für Strassen plant eine Verbesserung der Tunnelsicherheit.

von
Steve Last
Lukas Hausendorf
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Die Frau verlor die Kontrolle über ihr Auto und prallte in eine seitliche Ausstellbucht im Tunnel.

Die Frau verlor die Kontrolle über ihr Auto und prallte in eine seitliche Ausstellbucht im Tunnel.

Polizei BL
Dabei wurde sie so schwer verletzt, dass sie noch am Unfallort verstarb.

Dabei wurde sie so schwer verletzt, dass sie noch am Unfallort verstarb.

Polizei BL
Der Tunnel war bis etwa 13 Uhr vollständig gesperrt.

Der Tunnel war bis etwa 13 Uhr vollständig gesperrt.

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Am Dienstagmorgen kam es im Eggfluetunnel auf der A18 auf der Höhe Grellingen BL zu einem schweren Verkehrsunfall. Die verunfallte 55-jährige Autofahrerin wurde so schwer verletzt, dass sie noch vor Ort verstarb, wie die Baselbieter Polizei mitteilt. Der Tunnel blieb wegen Reparatur- und Räumungsarbeiten bis 13 Uhr gesperrt. Der Verkehr wurde umgeleitet.

Gemäss Polizeimeldung war die Frau in Fahrtrichtung Basel unterwegs, als sie aus noch unbekannten Gründen die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlor. In der Folge prallte sie in eine seitliche Ausstellbucht im Tunnel. Polizei und Staatsanwaltschaft hätten eine Untersuchung zum Unfallhergang eingeleitet.

Es sei noch zu früh, um weitere Aussagen zum Unfall zu machen, sagt Polizeisprecher Adrian Gaugler auf Anfrage von 20 Minuten. Der Eggfluetunnel sei bei der Polizei jedoch nicht als «signifikanter Unfallschwerpunkt» bekannt. Es gebe im Tunnel Kameras, deren Aufnahmen bei der Klärung des Unfallhergangs hilfreich sein könnten.

Mehr Tote als in anderen Tunneln

Im zweispurige Autobahntunnel, der im Gegenverkehr befahren wird, kam es seit 2011 zu elf Unfällen, drei davon endeten tödlich. Damit zählt der Eggflue zu den gefährlichsten Strassentunnels der Schweiz. Im 500 Meter kürzeren Chienbergtunnel bei Sissach BL, ebenfalls mit Gegenverkehr, kam es im gleichen Zeitraum nur zu sieben Unfällen.Obwohl davon sechs Frontalkollisionen waren, gab es keine Todesopfer zu beklagen. Im Gotthard waren es gemäss Astra-Statistik sechs.

Nach dem letzten fatalen Crash im Eggfluetunnel im März 2017 prüfte der Kanton Baselland die Sicherheit des 1999 eröffneten Tunnels. Seither geschah aber nichts, ausser dass der Tunnel per 2020 an den Bund überging.

Beschlagen im Tunnel die Scheiben?

Schon seit Jahren monieren Autofahrer, dass die Lüftung ungenügend sei und die Scheiben deshalb rasch beschlagen. Die Problematik sei bekannt, sagte der Baselbieter Kantonsingenieur vor drei Jahren.

Das Bundesamt für Strassen (Astra) wird nun aber aktiv. «Ein Projekt zur Erhöhung der Tunnelsicherheit wurde bereits gestartet. Die konkreten Massnahmen wurden aber noch nicht definiert», sagte Astra-Mediensprecherin Esther Widmer auf Anfrage.

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