55 Millionen in den Sand gesetzt?
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55 Millionen in den Sand gesetzt?

Die Schweizer Flugsicherung Skyguide hat die Entwicklung des neuen Flugsicherungssystems ATMAS abgebrochen. Skyguide investierte bislang knapp 55 Millionen Franken in das 120 Millionen-Projekt.

Skyguide will sich nun auf die nächste Generation von Flugsicherungssystemen konzentrieren.

Das Projekt ATMAS war gemäss Skyguide 1999 initiiert worden und sollte einer Kapazitätserweiterung dienen. Zwei Jahre später fiel der Entscheid, das System ATMAS-Eurocat zu beschaffen. Skyguide habe parallel dazu allerdings das bestehende System weiterentwickelt und laufend den Bedürfnissen angepasst, schreibt Skyguide.

Da die gegenwärtigen in Betrieb stehenden Systeme weit fortgeschritten seien, mache der geplante Ersatz mit dem neuen System ATMAS wirtschaftlich wenig Sinn. Auf Antrag der Geschäftsleitung beschloss der Skyguide-Verwaltungsrat das Projekt ATMAS zu beenden und sich direkt auf die Entwicklung der nächsten Systemgeneration zu konzentrieren. Mit dem Lieferanten, dem französischen Elektronikunternehmen Thales, sei man zu einer gütlichen Einigung über den Abbruch des Projekts gekommen, sagte eine Skyguide-Sprecherin auf Anfrage. Über den Inhalt der vertraglichen Einigung machte sie keine Angaben.

Skyguide investierte bislang 36 Millionen Euro (umgerechnet 54,9 Millionen Franken) in das Projekt mit einer Gesamtsumme von 80 Millionen Euro (122,1 Millionen Franken). Skyguide könne den grössten Teil der Entwicklungen übernehmen und einen neuen Simulator, einen Fallback-Tracker sowie Bildschirme und Rechner in den Betrieb nehmen. Im Laufe der Jahre habe ein wertvolles Know-how aufgebaut werden können. Das Projektteam werde nun aufgelöst und die Mitarbeitenden weitgehend neuen Projekten zugeteilt. In Vorbereitung auf die neue Generation von Flugsicherungssystemen und im Rahmen eine Single European Sky werde Skyguide aktiv an Gemeinschaftprogrammen mitarbeiten, bei denen Thales auch Systemlieferant sei, heisst es. (dapd)

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