19.08.2015 18:21

Datendiebstahl56'000 .ch-Adressen bei Ashley Madison betroffen

Das von Hackern veröffentlichte Datenpaket des Fremdgehportals verrät auch einige spannende Zahlen zum einheimischen Seitensprungverhalten.

von
jcg
Über 30 Millionen Mailadressen konnten die Hacker bei Ashley Madison abgreifen.

Über 30 Millionen Mailadressen konnten die Hacker bei Ashley Madison abgreifen.

Die Hacker des Impact Teams haben ihre Drohung wahrgemacht und die Daten von Millionen Kunden des Fremdgehportals Ashley Madison veröffentlicht. Das 9,7 Gigabyte grosse Datenpaket wurde ins sogenannte Darknet gestellt, einen Teil des Internets, der nur über einen speziellen Browser zugänglich ist.

Die Schweizer IT-Sicherheitsfirma Scip hat einen ersten Blick auf die Daten geworfen und insgesamt 30'612'501 E-Mail-Adressen gefunden. Davon haben 56'362 eine .ch-Endung. Die überwiegende Mehrzahl davon sind Adressen von sogenannten Freemailern wie GMX oder Hotmail. Allerdings finden sich auch Firmenadressen darunter.

Wie Scip weiter berichtet, fanden sie in den Daten rund 19 admin.ch-Mail-Adressen. Es muss sich dabei aber nicht um Politiker handeln. Jeder Mitarbeiter der Bundesverwaltung erhält eine Mailadresse mit diesem Domain-Namen.

Ausserdem verlangt Ashley Madison beim Anlegen eines Profils keine Bestätigung der Mailadresse. Somit könnten mit den Adressen auch Streiche gespielt worden sein. Allerdings erachtet Marc Ruef von Scip diesen Sachverhalt als eher unwahrscheinlich.

Keine vollständigen Kreditkartendaten

Die Datendiebe haben bei Ashley Madison auch ein sogenanntes Log gestohlen, auf dem alle Transaktionen mit Kreditkarten protokolliert sind. Wie der Betreiber des Portals, der kanadische Internet-Konzern Avid Life Media, beteuerte, sieht man darauf die Anschrift der Inhaber und den abgebuchten Betrag, aber nur die letzten 4 Ziffern der Kreditkartennummer.

Scip hat diese Behauptung punktuell mit der Benutzerdatenbank quergeprüft. Die IT-Experten fanden keine Hinweise darauf, dass das nicht stimmt und doch die vollständigen Kreditkarteninformationen abgegriffen wurden.

Finanzielle Einbussen sollten die Nutzer von Ashley Madison also nicht erleiden. Allerdings dürften so manche Nutzerinnen und Nutzer des Portals heute Abend nervöser als sonst am heimischen Esstisch sitzen.

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