57. Festival von Cannes: Aldomovar, Protestaktionen und Präsident Tarantino
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57. Festival von Cannes: Aldomovar, Protestaktionen und Präsident Tarantino

Pedro Almodovars «La mala educación» eröffnet am Mittwoch das 57. Filmfestival von Cannes. Tarantino präsidiert die diesjährige Jury.

Das neue Werk des Spaniers läuft ausser Konkurrenz - erstmals seit elf Jahren ist dagegen wieder ein deutscher Film im Hauptwettbewerb vertreten: «Die fetten Jahre sind vorbei» des in Berlin lebenden Österreichers Hans Weingartner konkurriert mit Arbeiten renommierter Regisseure wie der Coen-Brüder, Michael Moore, Emir Kusturica oder Wong Kar-Wei um die Gunst der Jury unter Leitung von Quentin Tarantino. Die «Goldene Palme» wird am 23. Mai vergeben. Im letzten Jahr siegte «Elephant» von Gus Van Sant.

Die seit einem Jahr andauernden Protestaktionen im französischen Kulturbetrieb dürften auch an der Croisette weitergehen. Es gehe ihnen aber nicht um eine Absage des Festivals, versicherte der Schauspieler Samuel Churin am Dienstag. «Wir kommen hierhin, um die Stadt und die Köpfe zu besetzen», erläuterte er das Anliegen der Protestierenden, die im letzten Sommer die Absagen der renommierten Theater- und Musikfestivals von Avignon und Aix-en-Provence erzwungen hatten. Die Leitung der Festspiele von Cannes und Vertreter der «intermittents» wollten am Dienstag verhandeln.

Der Konflikt hatte sich an einer Reform der Arbeitslosenversicherung für die landesweit gut 100.000 mit Zeitverträgen beschäftigten Bühnentechniker, Beleuchter, Kameramänner, Schauspieler und Sänger entzündet. Sie sollen künftig 507 Arbeitsstunden in den letzten zehn beziehungsweise zehneinhalb statt bislang zwölf Monaten nachweisen müssen, um dann höchstens acht statt zehn Monate Arbeitslosengeld zu erhalten.

18 Filme laufen im Hauptwettbewerb, darunter Arbeiten der früheren Cannes-Sieger Joel und Ethan Coen (»The Ladykillers» mit Tom Hanks), «La vie est un miracle» (Das Leben ist ein Wunder) des gebürtigen Bosniers Kusturica, Moores «Fahrenheit 9/11», Wong Kar-Wais «2046» und «The Motorcycle Diaries» des Brasilianers Walter Salles. Gastgeber Frankreich ist mit drei Produktionen vertreten, darunter «Comme une image» von Agnès Jaoui.

Von Brad Pitt bis Charlize Theron werden wieder dutzende Leinwandstars für Glamour an der Croisette sorgen. Die Veranstalter erwarten unter anderen Cameron Diaz, Penelope Cruz, Uma Thurman, Naomi Watts und Gong Li sowie Tom Hanks, Sean Penn, Kevin Kline und Nick Nolte. (dapd)

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