05.09.2019 12:23

Statistik 2017

57 Prozent der Sozialhilfe-Bezüger sind Ausländer

Von den ausländischen Sozialhilfebezügern im Jahr 2017 stammten die meisten aus Eritrea. Der Bundesrat will ihnen den Zugang zur Arbeit erleichtern.

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Im Jahr 2017 bezogen in der Schweiz 345'000 Menschen mindestens einmal Sozialhilfe.

Im Jahr 2017 bezogen in der Schweiz 345'000 Menschen mindestens einmal Sozialhilfe.

Keystone/Christian Beutler
57 Prozent davon waren Ausländer.

57 Prozent davon waren Ausländer.

Keystone/Christian Beutler
Der Bundesrat will nun den Zugang zu Arbeit erleichtern. Dafür soll jener zur Sozialhilfe erschwert werden.

Der Bundesrat will nun den Zugang zu Arbeit erleichtern. Dafür soll jener zur Sozialhilfe erschwert werden.

Keystone/Gaetan Bally

Im Jahr 2017 haben in der Schweiz rund 345'000 Personen mindestens einmal Sozialhilfe bezogen. Bei rund 196'000 Personen oder 57 Prozent handelte es sich um Ausländerinnen und Ausländer. Das schreibt der Bundesrat in seiner Antwort auf eine Interpellation des Berner SVP-Nationalrats Erich Hess.

Die Zahlen umfassen wirtschaftliche Sozialhilfe sowie Sozialhilfe im Flüchtlings- und Asylbereich. Von den Sozialhilfebezügerinnen und -bezügern ausländischer Nationalität stammten die meisten aus Eritrea, gefolgt von Syrien. An dritter Stelle liegen Personen aus Serbien, Montenegro und Kosovo. Es folgen Afghanistan, die Türkei, Italien, Portugal, Sri Lanka und Somalia.

Zugang zu Sozialhilfe erschweren

Rund 71'000 Personen oder 36 Prozent der Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger ausländischer Nationalität verfügten 2017 über eine Niederlassungsbewilligung C, wie der Bundesrat in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort schreibt.

Er verweist auch auf einen Bericht, den er im Juni veröffentlicht hatte. Darin werden Optionen dargelegt, wie Ausländerinnen und Ausländern aus Staaten ausserhalb der EU und der EFTA der Zugang zur Sozialhilfe in der Schweiz erschwert werden könnte. Unter anderem stehen Massnahmen beim Familiennachzug zur Diskussion. Die Zahlen in diesem Bericht beziehen sich auf Drittstaatenangehörige ohne Asylbereich und ohne EU/EFTA-Raum.

Arbeit ermöglichen

Erst vor kurzem haben der Bundesrat und das Parlament Massnahmen getroffen, um vorläufig aufgenommenen Personen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu ermöglichen beziehungsweise zu erleichtern. So wurden die Bewilligungspflicht durch eine Meldepflicht ersetzt und die Sonderabgabe auf Löhnen gestrichen. Weiter gibt es seit 2018 die Integrationsvorlehre für Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene.

Vergangene Woche hat der Bundesrat ausserdem eine Vorlage in die Vernehmlassung geschickt, die vorläufig aufgenommenen Personen den Zugang zum Arbeitsmarkt weiter erleichtern soll. Neu sollen sie den Kanton wechseln können, wenn sie in einem anderen Kanton eine Stelle haben.

Vorläufig aufgenommen werden Personen, die in der Schweiz kein Asyl erhalten, weil sie nicht individuell verfolgt werden, aber nicht ins Herkunftsland zurückgeschickt werden können. Viele stammen aus Eritrea, Syrien und Afghanistan. (sda)

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