Dispens gegen Vereinsbeitritt: 5G-Gegner lockt mit gratis Maskenattest
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Dispens gegen Vereinsbeitritt5G-Gegner lockt mit gratis Maskenattest

Ein Zuger verschenkt online Maskendispensen. Wer ein Maskenattest möchte, solle einem Anit-5G-Verein beitreten.

von
Dominic Wipfli
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Ein Zuger bietet Maskenattest zur Befreiung von der Maskenpflicht im Internet an. Die Dispens sei gratis, als Gegenleistung solle man jedoch dem Verein «5Gfrei» beitreten. (Symbolbild)

Ein Zuger bietet Maskenattest zur Befreiung von der Maskenpflicht im Internet an. Die Dispens sei gratis, als Gegenleistung solle man jedoch dem Verein «5Gfrei» beitreten. (Symbolbild)

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Immer wieder regt sich Widerstand gegen die Corona-Schutzmassnahmen der Behörden.

Immer wieder regt sich Widerstand gegen die Corona-Schutzmassnahmen der Behörden.

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Die Internetseite ist der Zuger Gesundheitsdirektion seit ein paar Tagen bekannt. Das Amt prüft nun ob sie bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige gegen den Zuger einreichen werden. 

Die Internetseite ist der Zuger Gesundheitsdirektion seit ein paar Tagen bekannt. Das Amt prüft nun ob sie bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige gegen den Zuger einreichen werden.

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Darum gehts

  • Ein Zuger verschenkt Maskenatteste zur Befreiung von der Maskenpflicht aus. Als Gegenleistung solle man dem Verein «5Gfrei» beitreten.

  • Die Internetseite des Mannes ist der Zuger Gesundheitsdirektion seit ein paar Tagen bekannt.

  • Das Amt prüft eine Anzeige.

Viele mögen die Masken nicht, mit denen man sich und andere vor dem Coronavirus schützen soll. Immer wieder erhalten Ärzte Anfragen für eine Dispens von der Maskenpflicht. Wegen Ärzten, die leichtfertig Maskendispensen verteilen, wurden auch schon Behörden aktiv: Kürzlich wurde ein verfahren gegen eine Berner Ärztin eröffnet.

Die Maskengegner werden erfinderisch, wie die «Sonntagszeitung» (Artikel kostenpflichtig) berichtet. So biete etwa ein Zuger im Internet Maskenatteste an – und zwar gratis. Der ehemalige Scientology-Anhänger, der sich heute als Reiki-Meister betitelt und esoterische Lebensenergie-Konzepte propagiert, werbe bei den Leuten damit, dass er ihnen per Post bequem ihr Maskenzeugnis nach Hause schickt.

Gegenleistung: beitritt seiner 5Gfrei-Gruppe

Als Gegenleistung erwartet der Zuger, dass man eine Mitgliedschaft in seinem Verein «5Gfrei» löst. Dort kostet der Jahresbeitrag 50 Franken. Das sei gut investiertes Geld. Der Zuger warne in einer Telegram-Gruppe vor den angeblichen Gefahr, die von den Masken ausgehe. Er erwähne, dass die Masken Teflon oder Formaldehyd enthalten. Masken könnten im schlimmsten Fall Krebs verursachen.

Internetseite ist der Zuger Gesundheitsdirektion bekannt

Die Internetseite ist der Zuger Gesundheitsdirektion seit ein paar Tagen bekannt, wie ein Sprecher gegenüber der Zeitung sagte. So hätten die Atteste keine Grundlage «weil der Aussteller keine medizinischen Qualifikationen besitzt», so der Sprecher weiter. Das Amt prüft nun, ob eine Anzeige gegen den Zuger eingereicht werde.

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Pro Juventute, Tel. 147

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