Studie zu mRNA-Impfstoffen – 6,2 Mio. Geimpfte untersucht, keine direkten, schweren Nebenwirkungen gefunden
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Studie zu mRNA-Impfstoffen6,2 Mio. Geimpfte untersucht, keine direkten, schweren Nebenwirkungen gefunden

Die Covid-19-Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer sind die ersten zugelassenen Vakzine auf mRNA-Basis. Das besorgt einige Menschen. Allerdings zu unrecht, wie eine Studie zeigt.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Gegen Covid-19 impfen lassen oder nicht? Diese Frage stellt sich noch immer für einige Menschen. 

Gegen Covid-19 impfen lassen oder nicht? Diese Frage stellt sich noch immer für einige Menschen.

20min/Celia Nogler
Während einige Wenige prinzipiell gegen das Impfen sind, … (Im Bild: Coronademo vom 21.08.2021 in Olten)

Während einige Wenige prinzipiell gegen das Impfen sind, … (Im Bild: Coronademo vom 21.08.2021 in Olten)

20min/Matthias Spicher
… hadern andere mit der Art der Impfstoffe. Ihnen sind die mRNA-Vakzine nicht ganz geheuer: Sind die Impfstoffe wirklich so sicher, wie Hersteller und Zulassungsbehörden beteuern?

… hadern andere mit der Art der Impfstoffe. Ihnen sind die mRNA-Vakzine nicht ganz geheuer: Sind die Impfstoffe wirklich so sicher, wie Hersteller und Zulassungsbehörden beteuern?

REUTERS

Darum gehts

  • Nach den Covid-19-Impfungen von Moderna und Biontech/Pfizer gibt es keine direkten, also unmittelbaren, schwerwiegenden Nebenwirkungen.

  • Das hat die laufende Sicherheitsüberwachung in den USA ergeben.

  • In diese sind die Daten von 6,2 Millionen mRNA-geimpfte Personen eingeflossen.

  • Die Untersuchung läuft weiter.

Weltweit wurden bis zum heutigen Tag mehr als 6,5 Milliarden Impfdosen zum Schutz vor Covid-19 verabreicht. Bei einem grossen Teil handelt es sich um sogenannte mRNA-Impfstoffe, die gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 erstmals zum Einsatz kommen. Erforscht wird die mRNA-Technologie schon lange, aber erst die Dringlichkeit der Pandemie und die deswegen eingebrachten Gelder sorgten dafür, dass die Entwicklung derart beschleunigt werden konnte, dass sie nach wenigen Monaten zugelassen wurden.

Dennoch bestehen bei einigen Menschen Zweifel: Sind die Impfstoffe wirklich so sicher, wie Hersteller und Zulassungsbehörden beteuern? Eine Antwort darauf liefert nun eine im Fachjournal «Jama» veröffentlichte Studie. Sie fällt positiv aus.

Bestimmte schwerwiegende Erkrankungen im Fokus

Dass es nach der Impfung zu Impfreaktionen kommen kann, die zwar unangenehm sein können, aber in der Regel rasch wieder verschwinden, ist mittlerweile hinreichend bekannt. Auch, dass es nach dem Erhalt eines der beiden mRNA-Impfstoffe in seltenen Fällen zu Nebenwirkungen wie Entzündungen des Herzmuskels (Myokarditis) oder Herzbeutels (Perikarditis) kommen kann, die – rechtzeitig erkannt – gut behandelt werden können.

Verdachtsmeldungen in der Schweiz

In der Schweiz gingen laut Swissmedic bis zum 21. September 2021 insgesamt 7571 Verdachtsmeldungen hinsichtlich unerwünschter Wirkungen nach einer Covid-19-Impfung ein. Bei rund 65 Prozent handelt es sich um nicht schwerwiegende Wirkungen. Die restlichen 2601 Fälle wurden jedoch als schwerwiegend eingestuft. Der nächste Bericht zu Nebenwirkungen der Covid-19 Impfstoffe in der Schweiz wird am 15. Oktober 2021 erscheinen. Du findest ihn dann hier.

Wie es mit ernsteren und lebensbedrohlichen Nebenwirkungen aussieht, haben Forschende verschiedener privater und staatlicher US-Institutionen jetzt anhand von Daten von 6,2 Millionen Personen ausgewertet, die entweder den Impfstoff von Moderna oder Biontech/Pfizer erhalten hatten. Dabei konzentrierten sie sich auf schwerwiegende Gesundheitsprobleme, die schon einmal im zeitlichen Zusammenhang mit einer Covid-19-Impfung aufgetreten sind. Darunter Herzinfarkt, Schlaganfall, Blutgerinnselbildung, Gesichtslähmung (Bell’s Palsy), schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie) und das Guillain-Barré-Syndrom (siehe Box).

So lief die Studie ab

Für die Studie verglich das Team um Nicola P. Klein von der Kaiser Permanente Northern California Division of Research in Oakland (Kalifornien) die Gesundheitsereignisse von den mRNA-geimpften Personen in den ersten drei Wochen nach der Impfung mit Gesundheitsereignissen bei ähnlichen Patiententypen in den drei bis sechs Wochen nach der mRNA-Impfung. Dies, um Patienten zu vergleichen, die einander so ähnlich wie möglich sind, um die Zahl der Faktoren, die die Ergebnisse beeinträchtigen könnten, zu verringern. In einer ergänzenden Analyse fügten die Autoren eine Vergleichsgruppe ungeimpfter Patienten hinzu.

Die Gesamtzahl der untersuchten Personen betrug 6,2 Millionen für die erste Dosis eines der beiden mRNA-Impfstoffe und 5,7 Millionen für die zweite Dosis.

Schutz überwiegt die Risiken

Ergebnis: Im Vergleich zu ungeimpften Personen und Personen, die mehr als drei Wochen zuvor mit einem mRNA-Impfstoff geimpft worden waren, zeigten diejenigen, die ihre Impfung in den letzten Wochen erhalten hatten, keine schwerwiegenderen gesundheitlichen Auswirkungen. Zwar kam es bei den Personen, deren Daten in die Untersuchung einflossen, in einigen Fällen zu schwerwiegenden Problemen. Allerdings gab es keinen Hinweis darauf, dass diese durch den Impfstoff verursacht wurden. «Die Signal-Schwelle, ab der eine Nebenwirkung statistisch signifikant auftritt, wurde nicht überschritten», so die Forschenden.

Entsprechend kommen die Autorinnen und Autoren zu dem Schluss, dass ernsthafte Nebenwirkungen nach der mRNA-Impfung sehr selten sind und damit der Schutz durch die Impfungen die Risiken überwiegt. Zudem seien die Covid-19-Impfstoffe von Pfizer und Moderna wesentlich sicherer als die Infektion mit Sars-CoV-2 selbst. «Die Ergebnisse unserer Sicherheitsüberwachung sind wirklich beruhigend», so Hauptautorin Klein in einer Mitteilung.

Herzmuskelentzündungen und allergische Schocks

Auch hinsichtlich der Impfung und Myokarditis- und Perikarditis-Fälle, die derzeit heiss diskutiert werden, haben die Forschenden nichts Besorgniserregendes festgestellt: In der Untersuchung wurden nur 34 Fälle von Herzmuskelentzündungen bei jungen Menschen im Alter von zwölf bis 39 Jahren festgestellt, die in der Regel innerhalb einer Woche nach der Impfung auftraten. Fast alle Betroffenen hatten sich bis Ende der Auswertung wieder vollständig erholt. Laut den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kommt es bei einer Millionen verabreichter Dosen zu 6,3 zusätzlichen Myokarditis-Fällen in der Altersgruppe.

Auch punkto anaphylaktischer Schocks fällt das Urteil positiv aus: Zu schweren allergischen Schocks kam es bei Millionen von Teilnehmenden in nur 55 Fällen. Das sind laut den Forschenden rund fünf Fälle zusätzlich. Und die meisten davon traten in den ersten 30 Minuten nach der Impfung auf – also in jenem Zeitraum, in denen Personen mit einer Allergie-Vorgeschichte noch unter ärztlicher Aufsicht sind.

Die von der US-Gesundheitsbehörde CDC finanzierte Studie berücksichtigt Daten bis zum 26. Juni 2021. Die Forschung wird weiter fortgesetzt: mit mehr Daten. Ausserdem werden alle Geimpften während zwei Jahren überwacht, um später auch Aussagen über längerfristige oder allenfalls später einsetze Nebenwirkung treffen zu können. Dass es zu solchen kommt, halten Expertinnen und Experten für wenig wahrscheinlich.

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BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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