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Lausanne6 Corona-Positive in einer Klasse, Mitschüler müssen trotzdem ins Gymi

Corona-Chaos an den Schweizer Schulen: Kein Tag vergeht, an dem ein Schüler oder gar ganze Klassen nicht in Quarantäne müssen. Dass es nicht ein Online-Unterrichtsmodell für Betroffene gibt, sorgt bei den Schülern für Unmut.

von
Bianca Lüthy
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Trotz Corona-positiver Klassenkameraden weiterhin zur Schule? Das musste eine Schulklasse in Lausanne.

Trotz Corona-positiver Klassenkameraden weiterhin zur Schule? Das musste eine Schulklasse in Lausanne.

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Dort haben sich 6 Schüler in einer Klasse mit dem Virus infiziert. (Symbolbild)

Dort haben sich 6 Schüler in einer Klasse mit dem Virus infiziert. (Symbolbild)

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Der Online-Unterricht hinke aber noch hinterher, … (Symbolbild)

Der Online-Unterricht hinke aber noch hinterher, … (Symbolbild)

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Die Corona-Fälle nehmen zu; sei es am Arbeitsplatz oder in der Schule. Quarantäne und Isolation gehören schon fast so sehr zum Alltag wie Maske und Desinfektionsmittel. An Schulen sorgt dies für grosse Herausforderungen.

Das zeigt ein Beispiel aus Lausanne, wo sich an einem Gymnasium 6 Schüler einer 22-köpfigen-Klasse infiziert haben. Trotz mehrerer positiv bestätigter Fälle mussten die Gymi-Schüler weiterhin in den Präsenzunterricht. Lediglich die 6 Corona-Infizierten sowie 8 weitere Schüler blieben dem Unterricht fern. Ein Schüler der Klasse hatte dann den kantonalen Dienst konsultiert, warum sie weiterhin in die Schule gehen müssen.

Éric Masserey vom Waadter Kantonsärztlichen Dienst sagt: «Infiziert sich ein Sekschüler, überprüft der kantonale Ärztedienst die Situation und bespricht sich mit der Schulleitung. Sofern ein sicheres Besuchen des Präsenzunterrichts – Tragen einer Maske, ausreichender Abstand und alle Infizierten in Isolation – möglich ist, soll der Unterricht weitergeführt werden.»

Kein Online-Unterricht für Schüler in Quarantäne

Mehrere Schüler der betroffenen Klasse am Lausanner Gymnasium sind sich sicher, dass sie sich an der Schule respektiv in der Klasse selbst infiziert haben, wie 20 Minutes schreibt. Eine Alternative zum Präsenzunterricht habe es seitens Schule nicht gegeben. «Wenn über die Hälfte nicht mehr am Unterricht teilnehmen kann, verstehen wir nicht, warum uns die Schule nicht den Fernunterricht ermöglicht», sagt einer der Schüler. Demnach habe die Schule die nötigen Voraussetzungen, um auf Online-Unterricht umzustellen.

Seitens Schule heisst es, Fernunterricht werde nur angeboten, wenn die gesamte Klasse unter Quarantäne gestellt werde. Schüler seien selbst verpflichtet, den Unterrichtsstoff nachzuholen und sich über die Inhalte des Präsenzunterrichtes zu informieren. Würde jedoch die gesamte Klasse unter Quarantäne gestellt, müsste der Fernunterricht spätestens 48 Stunden nach der Ankündigung beginnen.

10’000 Schüler unterschreiben Petition für Online-Unterricht

In Zürich oder St. Gallen haben Schüler Onlinepetitionen lanciert, damit an Gymnasien der Fernunterricht wieder eingeführt wird. «Wir sind freiwillig in einer weiterführenden Schule und fordern Mitspracherecht! Wir wollen in den Fernunterricht», so die Autoren der Petition. In St. Gallen wurden bereits 10’000 Unterschriften gesammelt, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt.

Ob Online-Unterricht, Quarantäne für eine ganze Schulklasse oder Schulschliessung – je nach Kanton und Schule können unterschiedliche Massnahmen ergriffen werden. In Grindelwald hat die Schulleitung der Unter- und Oberstufe nach mehreren positiv getesteten Lehrern die Türen geschlossen. Und zwar nicht, weil sie das Lehrpersonal und die Schüler in die Quarantäne schickte, sondern weil sie zu wenig Lehrerkräfte hatte.

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162 Kommentare
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Ursula

10.11.2020, 14:01

In baden im Chindsgi gab es Fälle und die Schule hat niemanden informiert! Die Schulen bleiben ebend offen egal was kommt die Kinder verbreiten es immer mehr

Sofia

10.11.2020, 13:40

Ich leide seit meiner Covid Erkrankung an den spätfolgen 6 Monate ists her. Ich war vorher kerngesund. Bin 33 und nichts mit Vorerkrankungen. Nein Medis nehme ich auch keine. Anscheinend interessiert dass keinen da in Bern , solange es einem nicht selber trifft. Jeder ist sich seinen am nächsten. Pfui Ich will keinen Lockdown aber was in den Schulen zz abläuft ist ein Witz.

Danydee

10.11.2020, 13:39

Wenn ich das richtig verstanden habe, haben viele Schulen durchaus auch selber die Kompetenz, auf Fernunterricht umzustellen. Woran liegt es, dass diese Schulen ihre Eigenverantwortung nicht wahrnehmen? Wieso ist dies z.B. in der Erwachsenenbildung möglich? Braucht es denn für alles behördliche Anordnungen?