Aktualisiert 14.01.2019 17:04

US-Grenze zu Mexiko

6 Gründe, wieso die Mauer «eine lächerliche Idee» ist

Die Texanerin Amy Patrick ist Ingenieurin und Mauer-Expertin. Trumps Grenzmauer ist für sie zum Scheitern verurteilt.

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Donald Trump will eine Grenzmauer zu Mexiko bauen - koste es, was es wolle. Die Einwanderung gewalttätiger Krimineller könne gestoppt werden, «wenn wir eine Barriere hätten, eine mächtige Barriere, aus Stahl oder Beton», sagte der US-Präsident.

Donald Trump will eine Grenzmauer zu Mexiko bauen - koste es, was es wolle. Die Einwanderung gewalttätiger Krimineller könne gestoppt werden, «wenn wir eine Barriere hätten, eine mächtige Barriere, aus Stahl oder Beton», sagte der US-Präsident.

Ruben R. Ramirez
Die Bauingenieurin Amy Patrick ist davon nicht überzeugt. Sie arbeitet als Gutachterin für Konstruktionsfehler und bezeichnet sich selber als «Mauer-Expertin». Sie findet sechs Gründe, wieso die Mauer «eine lächerliche Idee» ist.

Die Bauingenieurin Amy Patrick ist davon nicht überzeugt. Sie arbeitet als Gutachterin für Konstruktionsfehler und bezeichnet sich selber als «Mauer-Expertin». Sie findet sechs Gründe, wieso die Mauer «eine lächerliche Idee» ist.

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Grund 1:  «Im Fall von Überschwemmungen wird die Mauer das Wasser nicht abfliessen lassen wird. Alles, was dem Wasser im Weg steht, wird das Risiko von Überschwemmungen dramatisch erhöhen.»

Grund 1: «Im Fall von Überschwemmungen wird die Mauer das Wasser nicht abfliessen lassen wird. Alles, was dem Wasser im Weg steht, wird das Risiko von Überschwemmungen dramatisch erhöhen.»

Joel Martinez

Amy Patrick ist eine Bauingenieurin aus Texas. Sie arbeitet als Gutachterin für Konstruktionsfehler und hat nach eigenen Angaben über zehn Jahre Erfahrung als Statikerin im Hochbaubereich. Zusätzlich unterrichtet Patrick als Professorin an der Universität Houston-Downtown. Sie bezeichnet sich selbst als «Mauer-Expertin».

In einem Facebook-Beitrag zerpflückt Patrick die Pläne von US-Präsident Donald Trump zum Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Das Fazit der Ingenieurin: «Das Projekt wird fehlschlagen. Es wird eine Katastrophe sein.»

«Das Erste, was mir einfällt, ist, dass mit der Mauer im Fall von Überschwemmungen das Wasser nicht abfliessen kann. Alles, was dem Wasser im Weg steht, wird das Risiko bei Überschwemmungen dramatisch erhöhen – egal, ob nun Löcher oder was auch immer in die Mauer gebohrt werden.»

«In Bezug auf die Umwelt wird das Projekt allerlei Probleme bereiten. Für jedes andere Projekt müssen wir mühsame Umweltverträglichkeitsprüfungen durchführen. Entweder möchten das die Regierung in diesem Fall umgehen oder sie hat es noch nicht berücksichtigt. Das ist eine Phase des Gestaltungsprozesses, die noch nicht einmal in Planung ist.»

«Die Prototypen, die sie entwickelt haben, sind fast unmöglich zu bauen oder erfüllen den Zweck der Mauer nicht wirklich. Sie wird ihren Nutzen nicht erbringen. Ich könnte eine 32 Meter hohe Leiter kaufen und einen billigen Schutz an die Oberkante schweissen, um darüber zu steigen. Ich weiss nicht, mit wem die Baufirma über die Gestaltung und die Wirksamkeit der Mauer gesprochen hat, aber es war ganz sicher niemand mit technischer Begabung.»

«Die Kostenvoranschläge sind völlig unrealistisch. Überarbeitungen, Komplexitäten, die über den Entwurf des Prototyps hinausgehen, Faktoren zur Verhinderung von Hochwasser und Umweltgefahren, Konstruktionsänderungen, das alles wurde nicht berücksichtigt. Es werden mehr als 50 Milliarden US-Dollar investiert. Die Auftragnehmer werden die Regierung mit nahezu konstanten Kostenänderungsanfträgen überfluten. ‹Kostenüberschreitung› heisst das Spielchen.»

«Die Mauer wird nicht zu Trumps Lebzeiten fertig sein.»

«Wir sind nicht weit von dem Tag entfernt, an dem preiswerte Drohnen jemanden über die Grenzmauer transportieren können. Dies wird in den nächsten zehn Jahren der Fall sein, und es ist absurd, sich vorzustellen, dass die Menschenhändler, die Leute über die Grenze bringen, sie nicht verwenden werden. Die Drohnen fliegen tief, sind leise und klein genug, um Menschen unentdeckt von Kontrollsystemen über die Mauer zu bringen.»

«Die Mauer erfüllt ihren Zweck nicht und sie ist nicht billig. Dies ist eine lächerliche Idee, die niemals erfolgreich umgesetzt werden kann und als solche eine monumentale Geldverschwendung darstellen würde.»

Der Streit um die Mauer-Finanzierung dürfte Donald Trump derzeit Kopfschmerzen bescheren: Sie ist der Grund, wieso der US-Präsident seine Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos abgesagt hat. Zudem verhindert der Konflikt um dem Bau der Mauer die Verabschiedung eines neuen Haushaltsgesetzes, was seit dem 22. Dezember zur Stilllegung eines Teils der Bundesbehörden geführt hat. Sollte die Finanzsperre über den 12. Januar hinaus andauern, wäre sie die längste der US-Geschichte.

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