Aktualisiert 27.10.2009 16:11

Bagdad60 Kinder nach Blutbad vermisst

Zwei Tage nach dem verheerenden Selbstmordanschlag in Bagdad werden noch immer rund 60 Kleinkinder vermisst, die unter den Trümmern des Justizministeriums vermutet werden.

Dort waren in einem Hort die Kinder der Beamten des Ministeriums betreut worden. Dem doppelten Selbstmordanschlag fielen mindestens 155 Menschen zum Opfer. Unter den Toten sind 24 Kinder, die gerade von einem Bus aus dem Hort abgeholt worden waren.

«Es gibt keine Informationen über die 60 Kinder, die in der Krippe waren», erklärte der Gouverneur von Bagdad, Salah Abdul Rasak, am Dienstag. Zu den verheerenden Terroranschlägen mit mehr als 150 Toten vom Sonntag bekannte sich der irakische Ableger des Terrornetzes Al Kaida auf einer Islamisten-Webseite.

Kritik an Sicherheitsleuten

Ob das Schreiben echt ist, konnte jedoch nicht festgestellt werden. Gouverneur Rasak, der zur Dawa-Partei von Ministerpräsident Nuri al-Maliki gehört, kritisierte die Sicherheitskräfte. Diese hätten entweder ihre Pflicht vernachlässigt oder einige von ihnen steckten mit den Terroristen unter einer Decke.

Anders liesse sich nicht erklären, dass eines der beiden von den Sicherheitskameras aufgenommenen Sprengstoffautos - ein Fahrzeug der Wasserwerke aus der westlichen Stadt Falludscha - mit einer grossen Ladung Sprengstoff bis ins Regierungsviertel vorgedrungen sei.

Rasak forderte die Einsetzung eines «Militärgerichts, um den Offizieren, die ihre Pflicht verletzt haben, den Prozess zu machen». Die Führung der Sicherheitskräfte in Bagdad wies die Vorwürfe des Gouverneurs zurück. Ein Sprecher erklärte ausserdem, alle Leichen seien inzwischen aus den Trümmern geborgen worden. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.