Abschied in Raten: 60-Watt-Glühbirnen ab morgen verboten
Aktualisiert

Abschied in Raten60-Watt-Glühbirnen ab morgen verboten

Ab dem 1. September gilt in der Schweiz und der EU ein Verkaufsverbot für 60-Watt-Glühbirnen. Pikant: Gleichzeitig erhöht Osram die Preise für Sparlampen.

Die 60-Watt-Glühbirne hat ausgedient.

Die 60-Watt-Glühbirne hat ausgedient.

Ab Donnerstag dürfen in der Schweiz und EU-weit keine herkömmlichen Glühbirnen mit mehr als 40 Watt in den Handel kommen. Dadurch dürfte die Nachfrage nach Energiesparlampen deutlich ansteigen.

Bereits seit zwei Jahren sind in der Schweiz die 100-Watt-Birnen verboten, seit einem Jahr die 75-Watt-Birnen. Bis Ende 2012 sollen alle herkömmlichen Glühbirnen verschwinden. Als nächstes ist ab dem 1. September 2011 die 60-Watt-Glühbirne dran.

Eine Energiesparlampe mit 12 Watt entspricht einer 60-Watt-Birne. Und just diese Energiesparlampen werden auf den 1. September teurer. Die Preise dieser Produkte seien seit dem Frühjahr durchschnittlich um 20 bis 25 Prozent gestiegen und würden von Osram am 1. September erneut angepasst, gab der Osram-Unternehmenssprecher Ende August bekannt.

Kostentreiber Seltene Erden

Begründet wurde die «ausserordentliche Preiserhöhung» der Siemens-Tochter zum 1. September mit einem drastischen Preisanstieg bei sogenannten seltenen Erden, die als Rohstoff benötigt werden. Betroffen sind Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen. In der Schweiz steigen die Preise um 10 bis 15 Prozent, wie es bei Osram Schweiz auf Anfrage der sda hiess. Die Preiserhöhung tritt am 1. Oktober in Kraft.

Begründet wird die «ausserordentliche Preisanpassung» mit einem drastischen Preisanstieg bei so genannten seltenen Erden, die als Rohstoff benötigt werden. «Die zunehmende globale Knappheit dieser Materialien hat zu einer Kostenexplosion geführt», schreibt Osram Schweiz in einem Brief an seine Kunden. Auch die Wechselkursentwicklung vermöge den Kostenanstieg nicht zu kompensieren.

Hintergrund des Preisanstiegs bei den seltenen Erden ist gemäss Martin Goetzeler die gestiegene Nachfrage sowie die restriktive Exportpolitik Chinas, das fast alle Abbaugebiete kontrolliert. Der Osram-Chef rechnet daher mit Preissteigerungen in der gesamten Branche. Osram arbeite an Prozessen, um seltene Erden über Recycling zurückzugewinnen.

(sda/dapd)

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