Liedertswil BL: 600 Kilo schweres Traktorrad kracht auf Dach
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Liedertswil BL600 Kilo schweres Traktorrad kracht auf Dach

Ein Traktor verlor bei Holzarbeiten ein Rad: Dieses rollte einen Hang hinunter, wurde immer schneller und sprang schliesslich in ein Hausdach. Der Besitzer ist geschockt.

von
lha

Pensionär Hans Niederhauser stand vor der Garage, als das Traktorrad über seinen Kopf hinweg in sein Haus flog. (Video: 20 Minuten)

Hans Niederhauser war am Dienstagmorgen in seiner Garage, als er von draussen jemanden rufen hörte: «Achtung Rad!» Der 73-Jährige ging sofort raus – und blieb wie angewurzelt stehen. «Ich sah das Rad auf mich zufliegen. Ich stand unter Schock und konnte mich nicht mehr bewegen. Es flog übers Haus und krachte in unser Dach. Das gab einen Knall, das hörte man im ganzen Dorf.»

Weiter oben am Friedhag waren Forstarbeiten im Gang. Ein doppelt bereifter Traktor verlor beim Manövrieren am Hang eines der äusseren Hinterräder. Über 600 Kilo rollten immer schneller die steile Böschung herunter. «Das hatte über 100 Stundenkilometer drauf», so Niederhauser. Das Rad prallte auf die Strasse, flog über ein Einfamilienhaus, setzte in dessen Vorgarten auf, flog erneut rund 50 Meter weiter und krachte dann in Niederhausers Dach – mit einer Wucht von mehreren Tonnen.

«Das hätte ja Tote geben können»

Es grenzt an ein Wunder, dass niemand zu Schaden kam. «Noch ein paar Minuten vorher standen meine Frau und ich im Haus auf der Treppe», so der pensionierte Mechaniker. Die Treppe ist genau unter der Einschlagstelle des Traktorrads. Dach Dach war bei einer früheren Renovation doppelt verstärkt worden. Am Mittwoch waren die Aufräumarbeiten in Gang. Niederhauser war immer noch durch den Wind. «Ich habe keine Minute geschlafen.»

Das Ausmass des Schadens ist noch nicht bezifferbar. Es sei mehr als ein Dachschaden: Auch die Mauer des Hauses, in dem das Ehepaar Niederhauser seit 49 Jahren lebt, zeigt Risse. Ein Baustatiker wird nun aufgeboten. Derweil kommt immer mal wieder jemand aus dem Dorf vorbeischauen. «Ou nei! Läck Hans!» Als er seine Story hört, erschrickt ein Nachbar. «Das hätte ja Tote geben können.» Die Anteilnahme im Dorf berührt Niederhauser und bringt ihn wieder zum Lächeln.

Früher rollten sie Pneus den Hügel runter

Auch über das Forstunternehmen, dessen Traktor aus noch ungeklärten Gründen das Rad verlor, will er kein böses Wort sagen. «Der Chef kam zu uns und übernahm sofort die Verantwortung», so Niederhauser. Auch am Tag danach habe er sich wieder erkundigt. Ruhe wird bei Niederhausers noch lange nicht einkehren: Experten, Versicherung, Reparatur – dem Ehepaar steht noch viel Arbeit bevor.

«Es ist ja fast schon ironisch», meint Niederhauser, als er mit seinem Nachbarn im Garten steht. Früher hätten sie zusammen Autoreifen den Hang hinunterrollen lassen – manchmal sogar noch mit Felge. «Da standen hier noch keine Häuser und vielleicht zwei Mal am Tag fuhr ein Auto vorbei.»

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