Lynchjustiz in Honduras - 600 Menschen schlugen den Italiener Giorgio Scanu zu Tode
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Lynchjustiz in Honduras 600 Menschen schlugen den Italiener Giorgio Scanu zu Tode

Nach einem Streit unter Nachbarn in einem Dorf in Honduras wird einer von ihnen tot aufgefunden. Die Bewohnerinnen und Bewohner halten den anderen für den Täter – und gehen mit aller Wut auf ihn los.

von
Karin Leuthold
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Der Italiener Giorgio Scanu wurde am 8. Juli 2021 in der Ortschaft Santa Ana de Yusguare im Süden von Honduras getötet.

Der Italiener Giorgio Scanu wurde am 8. Juli 2021 in der Ortschaft Santa Ana de Yusguare im Süden von Honduras getötet.

Screenshot Canal 5 Honduras
600 Menschen attackierten Scanu.

600 Menschen attackierten Scanu.

Screenshot Twitter

Darum gehts

  • Ein Fall von Lynchjustiz erschüttert Honduras.

  • 600 Menschen gingen mit Steinen und Stöcken auf den Italiener Giorgio Scanu los.

  • Sie hielten ihn für den Tod eines Dorfbewohners verantwortlich.

Ein aufgewühlter Mob hat am Donnerstag den Italiener Giorgio Scanu in der Ortschaft Santa Ana de Yusguare im Süden von Honduras getötet. Rund 600 Personen, teilweise bewaffnet, stürmten sein Haus, schlugen den Mann mit Steinen, Macheten und Stöcken, zündeten sein Haus und sein Auto an. Nicht einmal die ausgerückte Polizei konnte die Meute aufhalten. Scanu starb aufgrund seiner schweren Verletzungen wenig später in einem örtlichen Spital.

Der Italiener war für den Tod seines Nachbarn, den 74-jährigen Juan de Dios Flores, verantwortlich gemacht worden. Die beiden Männer hatten laut der honduranischen Zeitung «La Prensa» einen Streit wegen einem gefällten Baum. Zuletzt hatte Scanu Flores auch vorgeworfen, ihn bestohlen zu haben. Der Rentner wurde am Mittwoch tot in einem Park aufgefunden - die Nachbarn hielten die Tat für eine Racheaktion Scanus. Wie «El Heraldo» berichtet, gaben die Dorfbewohnerinnen und -bewohner an, Scanu habe Flores durch Schläge mit einem Stein getötet.

In den sozialen Medien werden Fotos und Videos der Gewalttat geteilt. Mit diesen Bildern will die Polizei die Täter ausfindig machen. Fünf Menschen seien mittlerweile festgenommen worden, berichtet «Radio Vision Honduras» am Freitag.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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