Kundgebung: 600 Tibeter protestieren in Zürich

Aktualisiert

Kundgebung600 Tibeter protestieren in Zürich

Mit einem Fackelzug haben am Abend in Zürich rund 600 Tibeter gegen Hinrichtungen von Landsleuten protestiert. Die angeprangerten Todesurteile wurden am 20. Oktober an Personen vollstreckt, die an den Massenprotesten vom März 2008 in Lhasa teilgenommen hatten.

Es seien dies die ersten bekannt gewordenen Hinrichtungen von Tibetern und Tibeterinnen im Zusammenhang mit den Unruhen vom 14. März, heisst es in einer Mitteilung der Tibeter Gemeinschaft Schweiz und Liechtenstein.

Keine Anwälte

Die Hingerichteten hätten keinen juristischen Beistand gehabt. Ihr Gerichtsprozess sei unfair und verfassungswidrig gewesen, sagte Phuntsok Gangshontsang, Sprecher der Tibeter Gemeinschaft Schweiz und Liechtenstein, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Von chinesischer Seite seien offiziell zwei Hinrichtungen bestätigt worden. Gemäss Gangshontsang gibt es jedoch mindestens vier Fälle. Von allen vier Opfern wurden im Fackelzug Fotos mitgetragen. Zudem wurden Transparente mitgeführt mit Aufschriften wie «Menschenrechte auch in Tibet», «Tibet braucht ihre Hilfe» sowie «UNO act now».

Forderung nach Siedlungsstopp

Mit dem Fackelzug fordern die Tibet-Organisationen in der Schweiz die chinesische Regierung auf, sofort mit den Hinrichtungen zu stoppen. Die Schweizer Regierung wird aufgerufen, alles Menschen mögliche zu unternehmen, damit es zu keinen weiteren Hinrichtungen in Tibet kommt.

Die Kundgebung führte vom Werdmühleplatz über die Sihlporte an den Helvetiaplatz. Unter den Kundgebungsteilnehmern war auch Kelsang Gyaltsen, Gesandter des Dalai Lama. Organisiert hatte die rund dreistündige Kundgebung die Tibeter Gemeinschaft Schweiz Liechtenstein.

(sda)

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