Aktualisiert 03.12.2008 20:50

Zollstreit

6000 Fische vor sicherem Tod gerettet

Über 6000 Zierfische sind am Mittwoch am Flughafen-Zoll dem sicheren Tod entronnen. Ein neues Gesetz und unsauber ausgefüllte Dokumente hätten beinahe ein Drama ausgelöst.

von
Tobias Bolzern

Die Hiobsbotschaft erhielt Peter Rüegg vom Zoohaus in Dietfurt gestern Morgen am Zürcher Flughafen, als er seine Lieferung abholen wollte: «Die Fische müssen zurück nach Indonesien», so der Grenztierarzt. Grund: Die Einfuhrbestimmungen verlangen seit dem 1. September ein gültiges Gesundheitszeugnis – und das war nicht vorhanden. «Für die Fische wäre der Rückflug zum Todesflug geworden», so Rüegg. Josef Steiger, ein befreundeter Fischimporteur, setzte sich deshalb mit dem Bundesamt für Veterinärwesen (BVet) in Verbindung. «Aus Tierschutzgründen haben wir einmalig ein Auge zugedrückt», so Marcel Falk, BVet-Mediensprecher. Steiger freut sich darüber, nervt sich aber über die «Tüpfli­schiis­serei» des Zolls. «Fische tragen, wie wir, Bakterien mit sich, stellen aber dadurch keine Gefahr dar», so Steiger. Bereits vor einem Monat hatte er Probleme am Zoll mit Fischen aus Sri Lanka. Damals war zwar ein Zeugnis vorhanden, aber nicht auf dem korrekten Formular. Die Fische mussten sterben. Steiger will sich diesen Monat mit dem BVet ­treffen, um das Problem zu besprechen.

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