Island: 6000 gegen Haarde
Aktualisiert

Island6000 gegen Haarde

Den fünften Tag in Folge hat es in Island Massenproteste gegen die Regierung von Ministerpräsident Geir Haarde gegeben. Rund 6000 Demonstranten forderten den sofortigen Rücktritt der Regierung.

Haarde, der an bösartigem Speiseröhrenkrebs leidet, hatte am Freitag seinen Rücktritt angekündigt und sich für vorgezogene Parlamentswahlen am 9. Mai ausgesprochen.

Seit Oktober gibt es regelmässig Proteste gegen die Regierung, bei denen es vereinzelt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt. Am Donnerstag setzte die isländische Polizei erstmals seit 1949 Tränengas ein.

Haardes Unabhängigkeitspartei ist seit dem Ausbruch der Finanzkrise in Meinungsumfragen abgestürzt. Experten erwarten, dass es bei Neuwahlen zu einem Linksruck kommen wird und die oppositionellen linken, grünen und progressiven Parteien zulegen werden. Die Unabhängigkeitspartei regiert das Land mit verschiedenen Koalitionspartnern seit 17 Jahren.

Island wurde besonders hart von der Finanzkrise getroffen, da die Banken des Landes in grossem Umfang risikoreiche Geschäfte eingegangen waren.

Die nationale Währung verlor an Wert, das Finanzsystem brach zusammen und der Staat verstaatlichte die grössten Banken. Auf der rund 300000 Einwohner zählenden Insel im Nordatlantik lasten Milliarden-Schulden.

(sda)

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