Aktualisiert 23.01.2015 10:27

US-Schätzung

6000 IS-Kämpfer bei Luftangriffen getötet

Im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) haben die USA nach eigenen Angaben bereits etwa 6000 Kämpfer der Dschihadistenorganisation getötet.

IS-Kämpfer im Irak.

IS-Kämpfer im Irak.

Diese Zahl nannte der US-Botschafter im Irak, Stuart Jones, in einem am Donnerstag gesendeten Interview mit dem TV-Sender al-Arabia.

Vertreter des US-Verteidigungsministeriums bestätigten die Angaben. Verteidigungsminister Chuck Hagel sagte bei einer Medienkonferenz hingegen, er könne die Zahl nicht bestätigen, sprach aber zugleich von «tausenden» getöteten IS-Kämpfern, darunter einige IS-Anführer.

Hagel warnte davor, anhand solcher «body counts» - der Zählung von Todesopfern - den Fortschritt des Kampfs gegen den IS zu beurteilen. «Ich war in einem Krieg, in dem es jeden Tag viele body counts gab. Und wir haben diesen Krieg verloren», sagte er mit Blick auf den Vietnam-Krieg.

IS hat Schwierigkeiten, neue Kämpfer zu rekrutieren

Laut Hagel gibt es aber andere Hinweise darauf, dass der IS unter Druck sei. So hätten die Dschihadisten Schwierigkeiten bei der Rekrutierung neuer Kämpfer, bei dem Erhalt von Nachschubrouten und der Kommunikation auf dem Schlachtfeld.

Die USA und ihre Verbündeten hatten im Irak am 8. August und in Syrien am 23. September vergangenen Jahres mit Luftangriffen gegen IS-Kämpfer begonnen. Sollte die Schätzung von 6000 getöteten Kämpfern zutreffen, wären dies rund 20 bis 30 Prozent der IS-Kampfkraft, die der US-Geheimdienst vergangenes Jahr auf 20'000 bis 31'500 Mann geschätzt hatte.

Plan zur Rückeroberung von Mossul

Die USA und der Irak bereiten einem Bericht zufolge derzeit die Rückeroberung der zweitgrössten irakischen Stadt Mossul vom IS vor. Kurdische Kämpfer sowie weitere vom Westen ausgebildete Kräfte sollten bis zum Frühling oder Sommer bereit sein, die Offensive zu starten, zitierte das «Wall Street Journal» am Donnerstag den Chef des US-Militärkommandos Centcom, General Lloyd Austin.

Am Donnerstag hatten ranghohe Vertreter von 21 westlichen und arabischen Ländern der Militärkoalition gegen den IS in London über ihre Strategie beraten. Dabei ging es auch um ausländische IS-Kämpfer, die Finanzquellen der Gruppe und die humanitäre Hilfe für die betroffene Zivilbevölkerung. (sda)

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