Aktualisiert 10.01.2020 19:28

Wucherpreise

64'524 Franken für die WEF-Übernachtung

In Davos gibt es nur noch einzelne Zimmer fürs WEF. Doch diese kosten Tausende Franken pro Nacht. Eine Wohnung ist für 64'524 Franken zu haben.

von
bsc/rkn
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Bis zu 64'524 Franken kostet das Übernachten während der WEF-Woche.

Bis zu 64'524 Franken kostet das Übernachten während der WEF-Woche.

20 Minuten/RKN
Auch im günstigsten Hotelzimmer kostet die Nacht während des WEF immer noch über 1000 Franken. (Stand: 10.1.)

Auch im günstigsten Hotelzimmer kostet die Nacht während des WEF immer noch über 1000 Franken. (Stand: 10.1.)

20 Minuten/Screenshot
Auch in den umliegenden Dörfern sind die meisten Hotels ausgebucht und die wenigen verbleibenden Zimmer kosten hohe Preise.

Auch in den umliegenden Dörfern sind die meisten Hotels ausgebucht und die wenigen verbleibenden Zimmer kosten hohe Preise.

20 Minuten/Screenshot

Die Zimmer für die WEF-Woche in Davos sind fast komplett ausgebucht. Auf Booking.com gibts derzeit noch drei Anbieter. Die Preise sind wegen des Forums in die Höhe geschossen und steigen täglich weiter: So kostet die Übernachtung von Montag bis Freitag während des WEF im Hotel Zentrum Haus Davos mindestens 6824 Franken. Das ist derzeit der günstigste Preis für eine Unterkunft in Davos selbst. Am Vortag waren es noch rund 1000 Franken weniger.

Die gleichen vier Nächte in einem Apartment an der Bündastrasse kosten 11'099 Franken. Und es geht noch extremer: Eine Dreizimmerwohnung für bis zu sechs Personen wird auf Booking.com gar für 64'524 Franken angeboten. Wer sich das Apartment teilt, zahlt also immer noch mindestens 10'754 Franken pro Person. Der Anbieter hat die Wohnung am 6. Januar, also grad rechtzeitig fürs WEF, aufgeschaltet.

Auch umliegende Dörfer betroffen

Wer sich über die hohen Preise wundert, stösst auf Unverständnis bei den Hoteliers, wie eine Stichprobe von 20 Minuten zeigt: «Sie wissen schon, dass in dieser Woche das WEF stattfindet, oder?», hiess es etwa am Telefon, als ein Interessent wissen wollte, wieso es keine Zimmer unter 1000 Franken pro Nacht gebe.

Auch in den umliegenden Dörfern schiessen die Preise in die Höhe. So zahlt man im Cresta Hotel in Klosters-Serneus derzeit 14'400 Franken für vier Nächte.

Gemeinde appelliert an die Vernunft der Hoteliers

Die Gemeinde Davos und das WEF selbst wollen die Wucherpreise eindämmen. Die Gemeinde stehe in Kontakt mit der Tourismusorganisation sowie den Hoteliers von Davos, damit die meisten Zimmer dem WEF zur Verfügung gestellt würden. Vorschriften könne die Gemeinde den Hotels aber nicht machen. «Wir können nur an die Vernunft der Hoteliers appellieren», heisst es vonseiten der Gemeinde.

Beim WEF heisst es auf Anfrage, man setze sich für vernünftige Preise ein. Leider würden gewisse Hoteliers immer wieder die Preise extrem in die Höhe treiben, das bedauern die Organisatoren sehr.

Wucher auch auf Airbnb

Auch auf Airbnb machen sich die Wucherpreise breit: Die Übernachtung von Montag bis Freitag in einer 2,5-Zimmer-Wohnung in der Nähe des Kongresszentrums gibts für 15'052 Franken. Bei vielen anderen Anbietern zahlt man ebenfalls über 10'000 Franken während der WEF-Woche. Hochgerechnet wäre das eine Monatsmiete von um die 80'000 Franken.

Die Airbnb-Hosts zeigen zudem ziemlich direkt, dass sie aus dem Wirtschaftsgipfel kräftig Kapital zu schlagen versuchen: Die meisten Unterkünfte in und um Davos sind direkt mit «WEF 2020» im Titel ausgeschrieben. Seitens AirBnB heisst es, die Gastgeber würden ihre Preise selbst festlegen. Wenn Hosts zu Grossveranstaltungen die Preise erheblich erhöhen, würden sie in den meisten Fällen keine Buchung erhalten.

Stand der Preise: Nachmittag des 10. Januar

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