Also doch: 66 Rekruten erkranken an Schweinegrippe
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Also doch66 Rekruten erkranken an Schweinegrippe

In der Kaserne Herisau haben sich 66 Männer der Infanterie-RS 11 mit der Schweinegrippe angesteckt. Die Armee wollte dies zuerst nicht zugeben.

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feb/rub
Die Kaserne Herisau. Hier erkrankten die Rekruten an der Schweinegrippe. (Bild: Marcel Forster, newspictures)

Die Kaserne Herisau. Hier erkrankten die Rekruten an der Schweinegrippe. (Bild: Marcel Forster, newspictures)

Das Virus H1N1 ist zurück in der Schweiz. Die Grippe ist ausgebrochen in der Kaserne Herisau: 66 Rekruten sind daran erkrankt, wie der Sprecher des Verteidigungsdepartements jetzt einräumte. Noch am Freitagnachmittag sagte Kirsten Hammerich, Informationschefin Heer, gegenüber 20 Minuten Online es handle sich nicht um die Schweinegrippe, die medizinischen Untersuchungen seien abgeschlossen. Warum sich der Verdacht wenig später dann trotzdem bestätigte, ist noch nicht erklärt worden. Laut der Armee handelt es sich nicht um schwere Erkrankungen.

Bereits am Dienstag sei es losgegangen, die Männer aus der Infanterie-RS 11 hätten sich über grippeähnliche Symptome wie Fieber, Husten, Erkältungen und Gliederschmerzen beklagt.

Das Gerücht hat sich bestätigt

Unter den Armeeangehörigen ging bald das Gerücht um, es handle sich um Schweinegrippe, wie 20 Minuten Online von zwei unabhängigen Quellen weiss.

Informationschefin Hammerich sagt, dass sämtliche Rekruten, sofort nachdem sie die Erkrankungen mitgeteilt hatten, auf die Krankenabteilung verlegt worden seien. Ein Teil sei in Herisau geblieben, andere habe man nach Frauenfeld gebracht. Alle seien abgesondert von den restlichen Rekruten. 40 Rekruten, welche seit 48 Stunden frei von Grippesymptomen waren, konnten am Samstag den Heimurlub antreten.

Medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass die Situation nicht mit der Schweinegrippe-Welle des letzten Jahres vergleichbar sei, sagte Bühler weiter.

Stichwort Schweinegrippe-Virus

Wissenschaftler klassifizieren Grippe-Viren nach ihren Oberflächenproteinen. H steht dabei für Hämaggluttinin, N für Neuraminidase. Es gibt 16 verschiedene H-Typen und neun verschiedene N-Typen, wobei die Nummern nichts über die Schwere der Krankheit aussagen. Die Schweinegrippe hat den Virenstamm H1N1, die Vogelgrippe den Typ H5N1.

Der grösste Teil einer Virusoberfläche ist mit dem Eiweiss Hämagglutinin bedeckt. Das Protein ermöglicht Viren das Ankoppeln an die Zelle, in der schliesslich neue Grippeviren entstehen. Neuraminidasen sind Enzyme, die sich auf der Oberfläche von Influenzaviren befinden. Sie ermöglichen das Eindringen von Krankheitserregern in körpereigene Zellen. Diese viralen Enzyme schleusen dann auch von infizierten Zellen neu produzierte Viren aus der Zelle. (ap)

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