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678 Millionen falsche Marlboros

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat eine zwölfköpfige Bande angeklagt, die rund 678 Millionen Zigaretten illegal hergestellt und unter dem Markennamen Marlboro vertrieben haben soll.

Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Erich Jung am Dienstag berichtete, soll durch die Aktivitäten der Bande ein Steuerschaden von rund 100 Millionen Euro entstanden sein. Den Beschuldigten werde Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, besonders schwere Steuerhinterziehung sowie ein gewerbsmässiger Verstoss gegen das Markengesetz vorgeworfen.

Nach Jungs Worten stehen ein 44-jähriger Deutscher aus Appenweier und ein 39-jähriger Deutscher aus Meckenheim im Verdacht, Anführer der Bande gewesen zu sein. Bei den übrigen zehn Bandenmitgliedern handele es sich um fünf Deutsche, zwei Russen, einen Kroaten, einen Serben und einen Weissrussen. Von den zwölf Tatverdächtigen befänden sich zehn Personen in Untersuchungshaft.

Wie die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben, leiteten die Beschuldigten rund 524 Tonnen Tabak, der zum Export nach Kroatien und Serbien-Montenegro bestimmt war, in zwei illegale Fabriken in Köln und Koblenz um. Hier sei der Feinschnitt zu Zigaretten verarbeitet und diese anschliessend verkauft worden. Neben den beiden Fabriken habe die Bande auch noch eine Lagerhalle im baden-württembergischen Lahr unterhalten. Unter den Beschuldigten befindet sich auch ein 60-jähriger Steuerberater, der die Bande beraten haben soll, wie man die erwirtschafteten Gewinne legalisieren könnte. (dapd)

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