Aktualisiert 06.08.2018 06:19

Energy Challenge

7 Anzeichen, dass der Klimawandel real ist

Prominente Klimaleugner wie Donald Trump halten den Klimawandel für Angstmacherei. Der Temperaturanstieg macht sich jedoch im Alltag bemerkbar.

von
sts
1 / 8
Der Temperaturanstieg beträgt in der Schweiz seit dem Messbeginn 1864 knapp zwei Grad Celsius und ist damit doppelt so hoch wie im weltweiten Mittel (0,9 Grad).

Der Temperaturanstieg beträgt in der Schweiz seit dem Messbeginn 1864 knapp zwei Grad Celsius und ist damit doppelt so hoch wie im weltweiten Mittel (0,9 Grad).

Keystone/urs Flueeler
Die Anzahl der Sommertage, an denen das Thermometer über 25 Grad Celsius steigt, wird in Zukunft genauso wie das Vorkommen von Tropennächten zunehmen. Hitzesommer können insbesondere für ältere Menschen tödlich enden.

Die Anzahl der Sommertage, an denen das Thermometer über 25 Grad Celsius steigt, wird in Zukunft genauso wie das Vorkommen von Tropennächten zunehmen. Hitzesommer können insbesondere für ältere Menschen tödlich enden.

Daniel Karmann
Seit Mitte der 80er-Jahre wird laut Glaziologen der Universität Freiburg im gesamten Alpenraum ein starker Gletscherschwund beobachtet. Dieser steht in direktem Zusammenhang mit den erhöhten Treibhausgasemissionen der Industriegesellschaft und dem dadurch verursachten globalen Temperaturanstieg.

Seit Mitte der 80er-Jahre wird laut Glaziologen der Universität Freiburg im gesamten Alpenraum ein starker Gletscherschwund beobachtet. Dieser steht in direktem Zusammenhang mit den erhöhten Treibhausgasemissionen der Industriegesellschaft und dem dadurch verursachten globalen Temperaturanstieg.

Keystone/Dominic Steinmann

Die Schweiz ist vom Klimawandel stark betroffen. Die Erwärmung seit dem Messbeginn 1864 beträgt hierzulande knapp zwei Grad Celsius. Sie ist damit doppelt so hoch wie im weltweiten Mittel (0,9 Grad). Mit der im Klimaabkommen von Paris festgelegten durchschnittlichen Erwärmung von zwei Grad Celsius maximum könnten die Temperaturen in der Schweiz bis 2060 um zusätzliche ein bis drei Grad steigen.

Doch es gibt trotz dieser Messungen und zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen noch immer Politiker oder Wirtschaftsvertreter, die den Klimawandel für ein Märchen halten – allen voran US-Präsident Donald Trump. Nachfolgend werden sieben Anzeichen aufgelistet, dass der globale Temperaturanstieg tatsächlich stattfindet.

Hitzesommer: Eine unmittelbare Folge der steigenden Temperaturen ist, dass es in der Schweiz in Zukunft heissere Sommer geben wird. Die Anzahl der Sommertage, an denen das Thermometer über 25 Grad Celsius steigt, wird genauso wie das Vorkommen von Tropennächten zunehmen. Hitzesommer können insbesondere für ältere Menschen tödlich enden. Ursache für die höhere Sterblichkeit sind nicht unbedingt die Tagestemperaturen, sondern die Tropennächte mit über 20 Grad. So kann sich der Körper anfälliger Personen nicht mehr erholen. Im heissen Sommer 2003 waren 1000 zusätzliche Todesfälle zu verzeichnen, Zahlen für den diesjährigen Hitzesommer stehen noch aus.

Gletscherschmelze: Am anschaulichsten zeigt sich der Klimawandel in den Bergregionen an den Gletschern. Seit Mitte der 80er-Jahre wird laut Glaziologen der Universität Freiburg im gesamten Alpenraum ein starker Gletscherschwund beobachtet. Dieser steht in direktem Zusammenhang mit den erhöhten Treibhausgasemissionen der Industriegesellschaft und dem dadurch verursachten globalen Temperaturanstieg. Der 23 Kilometer lange Aletsch-Gletscher ist ein bekanntes Schweizer Wahrzeichen, doch seine Grösse schwindet: Seit 1870 ist der flächenmässig grösste und breiteste Gletscher der Alpen bereits um drei Kilometer zurückgegangen. Wegen der Gletscherschmelze werden im Aletschgebiet Hänge instabil.

Weniger Permafrost: Die Erwärmung des dauernd gefrorenen Untergrundes im Hochgebirge – Permafrost – ist gemäss dem Portal für Naturwissenschaften Schweiz ein langsam ablaufender und langfristig wirkender Prozess. Der tauende Permafrost stellt für zahlreiche Bergbahnen ein kostspieliges Risiko dar, da Fundamente von Masten und Stationen in höheren Lagen häufig im gefrorenen losen Gestein verankert sind. Zudem erhöht sich die Steinschlag- und Felssturzgefahr im Gebirge. Von der Gefährdung durch Steinschlag sind hauptsächlich Wanderer, Bergsteiger, Kletterer und Mountainbiker betroffen.

Schneemangel: Die Wintersportsaison wird sich in Zukunft um einige Wochen verkürzen und die Schneegrenze um mehrere hundert Meter ansteigen. Die Schneesaison beginnt in den Schweizer Alpen heute rund zwölf Tage später als noch 1970 und endet 25 Tage früher. Vorerst wird der Klimawandel besonders Skigebiete, die unterhalb von 2000 Metern liegen, empfindlich treffen.

Wirtschaftliche Folgen: Neben dem Winter-Tourismus sind direkte wirtschaftliche Folgen vor allem in den produzierenden und verarbeitenden Sektoren spürbar. In erster Linie die Landwirtschaft leidet unter Trockenperioden und Bauern werden in Zukunft öfter auf Bewässerung angewiesen sein. Trockenheit setzt aber auch Kiefergewächsen zu. Fichten, die in der Holzwirtschaft eine äusserst wichtige Rolle spielen, drohen unter anderem aus Wassermangel und wegen einer Zunahme des Borkenkäferbestandes aus den Wäldern des Mittellands zu verschwinden.

Veränderungen in der Tierwelt: Auch Tiere leiden stark unter dem Klimawandel. Laut «National Geographic» dürfte jede sechste Tierart innerhalb des nächsten Jahrhunderts aufgrund des globalen Temperaturanstiegs und der damit einhergehenden Veränderungen der Umwelt aussterben. Andere Forscher sprechen gar davon, dass nur vier von fünf Tierarten das nächste Jahrhundert erleben werden.

Der Klimawandel bestimmt den Zeitpunkt des Frühlingserwachens verschiedener Arten unterschiedlich stark. Daher sind zeitliche Fehlabstimmungen zwischen Bienen- und Pflanzenarten möglich und es besteht laut einer Untersuchung der Universität Würzburg die Gefahr, dass Bienen ohne Nahrungspflanzen auskommen müssen, wenn sie ihre Winterruhe zu früh beenden. Ähnlich ergeht es den Igeln: Die Stacheltiere beginnen ihren Winterschlaf, wenn die Temperaturen über einen längeren Zeitraum unter sechs Grad Celsius liegen. Seit einigen Jahren unterbrechen Igel ihren Winterschlaf früher, wenn die Temperatur dauerhaft über mehr als sechs Grad liegt. Während der Schlafpausen verbrauchen die Tiere enorme Mengen ihrer gespeicherten Fettreserven. Erneute und plötzliche Wintereinbrüche bedeuten für Igel oftmals den Tod.

Für andere Arten bedeutet der Klimawandel das Verlassen des gewohnten Lebensraumes. Murmeltiere beispielsweise reagieren empfindlich auf die Wärme und weichen in höhere Regionen der Alpen aus. Die Humusschicht in höheren Lagen reicht irgendwann jedoch nicht mehr aus und der Boden wird im wahrsten Sinn des Wortes zu dünn, um genügend tiefe Höhlen für einen sicheren Winterschlaf zu graben. Der Alpenschneehase hat mit dem gleichen Problem zu kämpfen. Es wird prognostiziert, dass er bis 2100 durchschnittlich über ein Drittel (35 Prozent) seines Lebensraums verloren haben wird.

Kälteempfindliche Arten profitieren von der Klimaerwärmung. Diverse Schmetterlinge, Heuschrecken und einige Schneckenarten wie die auch unter dem Namen Baumschnecke bekannte Gefleckte Schnirkelschnecke können sich weiter ausbreiten und mehr Lebensraum für sich beanspruchen. Schädlinge wie Borkenkäfer, Kartoffelkäfer oder Blattläuse können sich bei höheren Temperaturen besser vermehren. Dies stellt wiederum eine Gefahr für die Fauna dar.

Mehr Allergien: Allergologen vermuten, dass der Anstieg der CO2-Konzentration die Pollenproduktion bei Pflanzen signifikant ankurbelt und deswegen zu mehr Allergien führt. Allergiker spüren Ärzten zufolge ebenfalls Anzeichen der weltweiten Erwärmung.

Energy Challenge 2018

Die Energy Challenge 2018 ist eine nationale Aktion von EnergieSchweiz und dem Bundesamt für Energie (BFE) rund um die Themen Energieeffizienz sowie erneuerbare Energien. Das Ziel in diesem Jahr ist, dass die Schweizer Bevölkerung gemeinsam mit den Partnern der Energy Challenge 2018 gesamthaft 30 Millionen Kilowattstunden einspart. Als Medienpartner beleuchtet auch 20 Minuten den Themenschwerpunkt mit Reportagen, Interviews, Energiespartipps und Quiz-Spielen. Mehr Infos gibt's in der kostenlosen Energy-Challenge-App für Android oder für iOS.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.