Unschlagbar: 7. EM-Gold für Niggli
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Unschlagbar7. EM-Gold für Niggli

Die überragende Schweizer OL-Läuferin Simone Niggli wird mit zwei Goldmedaillen von den Europameisterschaften im bulgarischen Primorosko zurückkehren.

Simone Niggli in den Wäldern von Primorosko auf dem Weg zu EM-Gold.

Simone Niggli in den Wäldern von Primorosko auf dem Weg zu EM-Gold.

So stark war das Schweizer OL-Team noch nie. 11 von 24 möglichen Medaillen lautet die Bilanz von den Europameisterschaften in Primorsko.

Zum Abschluss triumphierten die überragenden Schweizer Athleten Simone Niggli und Daniel Hubmann über die Langdistanz, in der Königsdisziplin. Fabian Hertner veredelte mit dem Bronze-Gewinn das erfolgreichste Schweizer EM-Abschneiden aller Zeiten.

Simone Niggli kehrt mit zwei Goldmedaillen zurück. Am Tag nach dem Triumph über die Mitteldistanz siegte die 32-jährige Bernerin auch auf der abschliessenden Langdistanz. Sie liess die weiteren Medaillengewinnerinnen Dana Brozkova aus Tschechien und Helena Jansson aus Schweden deutlich hinter sich.

Schweizer Delegation mit bester EM-Bilanz aller Zeiten

Niggli über das Schweizer Erfolgsgeheimnis: «Das Team hat sehr viele starke Leistungsträger. Das sind man nur schon bei den Männern, bei denen jeder für ein Spitzenresultat gut ist (total sieben Medaillen der Männer - Red.). Die professionellen Rahmenbedingungen mit den ausgezeichneten Trainern und das Engagement der Athleten für diesen Sport sind weitere Erfolgsfaktoren.»

Niggli holte in allen EM-Rennen eine Medaille, nachdem sie bereits Dritte in der Staffel und Zweite im Sprint geworden war. Ihr Siegespalmares an internationalen Titelkämpfen wird immer beeindruckender: Nebst 15 WM-Titeln hat sie nun bereits siebenmal EM- Gold geholt.

Wie vor der Babypause?

Zu ihrem persönlichen EM-Abschneiden meinte die jetzt siebenfache Europameisterin: «Vier Medaillen sind natürlich sehr gut.» Niggli wollte ihre aktuelle Form nicht mir ihrer Leistungsstärke vor der Babypause (2008) vergleichen, als sie die internationale Szene deutlich dominiert hatte: «Technisch und mental fühle ich mich derzeit sehr gut. Die Familie mit meiner Tochter bietet mir sehr viel Abwechslung.»

Die dreifache Schweizer Sportlerin des Jahres ist zuversichtlich, an den WM vom August in Trondheim (No) im Kampf um die Medaillen wieder mitreden zu können. «Die technische Vorbereitung für Trondheim ist natürlich gewissenhafter. Ich war dafür bereits in zwei Trainingslagern vor Ort, um das Gelände besser kennen zu lernen. Am diesjährigen EM-Austragungort war ich noch nie zuvor.»

Hubmann überragte trotz leichtem Handicap

Der 27-jährige Daniel Hubmann komplettierte seine Medaillensammlung an den EM mit einem souveränen Erfolg. Dem zweifachen Weltmeister hatte lediglich noch ein EM-Titel gefehlt. Hubmann machte bei seinem Auftritt kaum Fehler und wies dreieinhalb Minuten Vorsprung auf den Franzosen Philippe Adamski auf. «Im letzten Rennen noch Gold zu holen ist perfekt», sagte Hubmann.

Hubmann liess sich auch von einer Augenverletzung nicht bremsen und ist mit drei Medaillen ebenfalls eine der grossen Figuren dieser Titelkämpfe. Hätte er die Staffel nicht auslassen müssen, hätte wohl wie Simone Niggli vier Medaillen geholt.

Auf drei Medaillen brachte es auch Bronze-Gewinner Fabian Hertner. «Das hätte ich auf der Langdistanz nie erwartet. Endlich ist es mir auch da mal aufgegangen, freute sich der 25-Jährige. Und dabei hatte er nach einem gröberen Schnitzer schon nicht mehr mit einer Medaille gerechnet. Aber bei der Zielpassage habe ich vom Speaker gehört, ich sei gut im Rennen. Das gab mir neuen Schub.»

In die Top Ten schafften es zum Abschluss zudem Marc Lauenstein (5.), Matthias Müller (9.) und bei den Frauen die bereits 41-jährige Vroni König-Salmi (9.). Einzig Matthias Merz kam wegen einer Fussverletzung nicht ins Ziel. Die WM im August sollten bei ihm aber nicht in Gefahr sein.

(si)

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